Kirchenparcours 500 Jahre Luther ! ( 31.10. 2017 )

In Italien ein schönes neues Gewand aus unterschiedlichen Pappengrößen zusammen gesetzt und jetzt groß ausgemalt und mit Schrift beschwärzt und vergoldet.

„ Kirchenmann steht für Geldgott, Frau kriecht fürs Ehrenamt „

Das muss ins Bild gerückt werden.
Der Hauptentwurf passt sogar ins Auto. Als wir packen, um nach Deutschland zurückzufahren, lässt sich alles in einer Pappbox verstauen. Zufall mit Bedeutung: Ich werde doch nach Wittenberg fahren, lasse sogar den alten Transporter extra deswegen nochmal von den Toten auferstehen, auftragsweise. Das ist nicht billig. Billig sollte ich für die Kirche aber sein, damals, 2014, als man meinen COOP.WALK wohl einsetzen wollte, aber umsonst !
Die Kirche ist ja so arm. So arm wie der Staat mit seiner täglich neuen Gelddrucktätigkeit.
Kirche und Staat in einem Boot und ich dachte immer, eine wahre Demokratie darf das nicht, Kirche muss vom Staat getrennt sein, damit man nicht gemeinsam komplottieren kann. Sogar das: Ohne diese Vorausstzung keine Demokratie. Aber wo kein Ankläger ist, kann unsere jeweilige Regierungscrew machen, was sie will !
Aber wer von den Klerikalen oder deren Opfer wird denn aufmucken, wie Martin Luther es tat ? Wer wird denn sein eigenes täglich Brot in Frage stellen ?

Zur Erinnerung: Am 01. 12. 2014 habe ich Frau Dr. Christiane Schulz getroffen. „ So habe ich früher selbst geheißen, genau so, sage ich. „ Aber ich habe den Namen nur angeheiratet, sagt sie. Ja, für uns Frauen gibt es immer noch keine beständigen Namen. Nicht von Natur aus.

Frau Dr. Schulz war für die künstlerische Abteilung Luther 2017 zuständig. Das Treffen hatte ich mir erzwungen, weil ich die Bürokaten für ihr ständiges Telefongespräche-Weiterleiten von Station zu Station angeklagt und alle Weiterleiter namentlich genannt hatte. Und das auch noch via facebook. Auch die damals noch recht frische Bischöfin
Ilse Junkermann war dabei. Um mich loszuwerden dann dieses Treffen.
Hatte Frau Dr. Schulz gehofft, mich mit einem Butterbrot für die Entwürfe abzufinden ?
Gesprächsweise hat sie sich gewunden, die Arme, es war ihr deutlich unangenehm, immer wieder zu hören, dass die Pastorengilde sich bezahlen lässt dafür, dass da nicht aufgemuckt wird.
Das Nichtnachdenken über eine zeitgemäßere, ja über eine riskant bekenntnishafte neue in der alten Botschaft inbegriffen.

Dabei hatte ich damals noch nichts darüber gesagt, wie werbekräftig eine heutige Botschft sein könnte, wenn sie die Märchenhaftigkeit ihrer Inhalte selbst ins Feld führen würde. Auf das voodoohaft Heidnische des Abendmahls z.B. verzichten und die reine Symbolik sämtlicher Inhalte anerkennen. Aber was hätten unsere kirchlichen Machthaber dann noch gegen einen radikalen „ eins-zu- eins- Islam“ ins Feld zu führen ?
Wir Menschen wollen unterdrückt werden ! Den Rest kann man sich denken. Voraussetzung für die gegenwärtigen Klerikalen ist aber, dass sie eben nicht denken und nicht denken lassen und dieses Phlegma von hier nach da an ihre Anhänger weitergeben.
„ Irgendwo muss es doch noch sowas wie Geborgenheit geben und nehmen können. – „
Und die filigran gehaltene „ Botschafterin Kässmann „ , das Trotzköpfchen, das immer das Sprüchlein: Aber mir tut der Glaube gut und: Man kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand“ parat hat und dann mit ihrer Arme Sünder- Stellvertreter Funktion als beschwipste Geschwindigkeitsübertreterin zugkräftige Werbefigur, aber immer hübsch unanwesend für normale Sterbliche wie Jesus Christus selber, – der Papst, oder Frau Merkel, – wo ist der Unterschied und was will die Kirche mehr, als sich gelegentlich zu Flüchtlingsfragen zu melden, aber vorsichtig, damit keine wirklichen Taten daraus entstehen können.
Ein bombastischer Scheißhaufen alles in allem, wie die Jungen ihn zum Konfi- Tag auf den Esspappteller gesetzt hatten: Schön vergoldet….

Sollte ich damals schon sagen, wie in Wernigerode, dass die grosse Offenheit, die Merkel- Barmherzigkeit als Demo gut ist, aber als Umsetzung in konsequentes Tun noch lange nicht und dass wir alle lieber unbehelligt, abgeschottet und heimatverbunden weiterleben wollen. Und dann kam Seehofer und die AFD !
Dasselbe mit dem Klima. Wir wollen ja, wir sind alle bekennende Umweltler, – aberaberaber ! Was machen wir nur mit unserer Industrie, die die Wiederwahlen von Merkel und Co ermöglicht ?

Alles in allem brauchen wir Reformation ! Nein, Revolution im eigenen Inneren brauchen wir zuerst. Das heißt : Runter vom Sofa, weg vom Handy, rein in die Amtsstuben, wo wir den gesamten Unzuständigen die Hörer aus den Händen reißen, wo wir die Arbeitsämter als legalisierte Abblocker entlarven, ihnen ihre Hocker unterm Hintern wegziehen ! Was ich hier aufschreibe, weiß ja jeder. Jeder kennt sämtliche Missstände. Aber wozu das Wissen, wenn keine Taten folgen, wenn wir als abgerichtete Lebensgenießer oder Büßer, je nahdem vor Fernseher und Konsumtempeln hocken bleiben….

Im Bezug auf Kirche und Staat wollte ich persönlich aufgeben. Hatte ich unsere Kanzlerin nicht im Grunde erfolgreich angezeigt ? Angezeigt, weil sie „ ohne meine persönliche Erlaubnis „ das heisst ohne unser aller Zustimmung Waffen nach Saudi Arabien und sonstwohin liefern lässt und damit Flüchtlinge erzeugt, die wir nachher nicht aufnehmen wollen ?
War ich nicht den Staatsanwälten begegnet, die sowas Dreistes noch nicht erlebt hatten, aber meine Aktion richtig fanden, einige hätten sogar selbst gern mitgemacht, aber auch sie sind ja Staatsdiener. Was heisst da noch demokratische Gewaltenteilung ?
Immerhin hatte ich die Briefe der Staatsanwaltschaft auf facebook veröffentlich und war daraufhin von dort entfernt worden. Einfach rausgeschmissen. Und in Heidenau hatte ich Werbung dafür gemacht, laut und deutliche Werbung, die jeweiligen Staatsdiener anzuzeigen, die ihre Gottgleichheit obenan stellen und gegen Menschenrecht verstoßen.

Und hatte ich nicht dieselben Umstände bei den Museumsmachern gesehen ? Diese Menschen, die für ihr Ornat und ihr Kunst- ins-rechte-Licht-Rücken selbst am meisten als Künstler angebetet werden wollen ?
Mit unserem Geld fürstlich ausgerüstet selbstverständlich. Aber öffentlich leere Kassen zugeben, Besucherrückgänge melden, ohne etwas dagegen erfinden zu wollen, das sind die Museen-Erhalter und Bestücker ! Bare Münze sind für sie diejenigen, die ihnen huldigen. „ Des Kaisers neue Kleider „ Aufführungen en masse abhalten und ihre Großartigkeit aufführen, damit die mitmachen, die zahlen, also wir ! Auch ihr päpstliches Dasein ist von vorgestern, weil die eigentliche Kunst nicht in opulentest überbauten Hochburgen verwesen sollte, sondern auf der Straße passierten muss und passiert ! Aber an diese Kunst kommen die Mueseumsmacher erst heran, wenn sie schon vorbei ist. Diese armen armen Leute ! Darum müssen sie sich noch kostbarer hochstapeln !
Des Kaisers neue Kleider wohin man sieht !

Hauptsache, die Inszenierung stimmt !

Mein pastörliches Elternhaus der fünfziger, sechziger Jahre : Damals hatte ich meinem Vater gesagt, dass ich eigentlich Gudrun Ensslin bin, die all das nicht mehr ertragen kann. Aber morden wollte ich deswegen nicht, oder besser, ich wurde nicht hineingetrieben Schritt für Schritt, weil ich Musik studiert hatte, den Vorgaben meiner Mutter entsprechend.
Die Musik und meine „ Erfolge „ haben mir anfänglich Stimme gegeben, aber es war nicht meine eigene Stimme. Erst jetzt, wo ich als Konzeptkünstlerin auf der Straße Menschen treffe, deren Antworten ich mitnehme, erst jetzt habe ich Stimme. Ihre Stimme nämlich !

Und heute, genau am 07. 011. 2017 passiert es: Das oberste Gericht verfügt, dass das Parlament Auskunft geben muss über konkrete Beschlüsse und Zusammenhänge, was ein Hoffnungsschimmer gegen das ewige Nichteinhalten von Wahlversprechen bedeuten könnte.- Das könnte ein Anfang sein, wenn einige Menschen auf diese Verfügung pochten ! Aber noch habe ich wenig Hoffnung, weil eine solche Haltung Übung braucht….

Mein Erfolg in diesem Revier ?
Immerhin hatte ich wegen zweier Kanzlerinnen Anzeigen die Briefe der Staatsanwaltschaft auf facebook veröffentlich und war daraufhin von dort entfernt worden. Einfach rausgeschmissen. Und in Heidenau hatte ich Werbung dafür gemacht, laut und deutlich geschrien hatte ich,- Werbung dafür, die jeweiligen Staatsdiener anzuzeigen, sobald sich etwas Konkretes Undemokratisches herausgenommen wird. Rausschmiss ist noch das Geringste, denke ich jetzt. Lass die Zeiten mal entbehrungsreicher werden, lass mal das Kaufkarussel ( ich kaufe, also bin ich ) noch mehr ins Stocken geraten. Über Kinderarmut kann man offenbar leicht hinweg sehen, aber über die Armut derer, die bisher zur Führungsriege gehört haben, über die vielleicht nicht.

Dies der Vorspann. Der Hauptbericht über den städtischen Rummel und Gottesdienst als Rummel zum Reformationsfest nützen millionen Worte nichts..
Oder doch so: Es war ein Nichts mit viel blödem und nettem, bewusstlos machendem Blödsinn drum herum.
Kurze Aufzählung reicht !
1) Wir kommen am Vortag an, suchen Platz zum Übernachten und Organisieren des Auftritts mit Goldschleppe. Überall Polizei, die sich offensichtlich langweilt, aber eben Präsenz vorführen muss , ausserdem, – es könnte ja zu einem Anschlag kommen. –
2) Wittenberg füllt sich erst mäßig, dann übermäßig. Aller Herren Länder scheinen vertreten.
3) Kein Platz für den Buli, unsere Unterkunft ? Mein Mann ist genervt, hat Schmerzen, fürchtet einen Eklat mit Folgen. Hausfriedensbruchanzeige kann ich nicht brauchen.
4) Abr wir finden was, beliben einfach stehen, wo wir stehen, fertig und das geht !
5) Am nächsten Tag vor der Kirche,- alles proppevoll schon vorm ersten Läuten. Am seitlichen Eigang kein Reinkommen mehr. Ich erzähle, dass ich extra aus Texas gekommen bin und meine Verwandte predigen hören möchte, vergeblich. Da schleichen wir uns. Ich bereite mein Gewand vor, dann zeigen wir uns eben draußen. Und siehe da, es ergeben sich gute Gespräche mit Menschen, die hnliches denken und verpassen fast den Auftritt der Matadoren.
6) Die predigenden Eminzenzen nehmen den Haupteingang direkt vor unserer Nase und da passiert genau das, was mir nachher auch zustößt. Die beiden Pfarrer gehen hoheitsvoll, ganz gefangen in den Regeln ihrer eigenen Inszenierung, sodass sie die paar folgenden Menschen nicht abwehren können. Ein Traum wird für die beiden Eminzenzen wahr : Endlich haben sie Kirchgänger „ en masse „
7) Orgelmusik. Ich ströme hinterher, mir im Gefolge mein Mann mit Handy. Er filmt. und ich begreife es nicht: Niemand wehrt mich ab,wahrscheinlich wegen der goldreichen, glamourösen Verkleidung. Ich krieche sogar, im Bild meiner Verkleidung und werde jetzt von Kirchgängern entdeckt und gefilmt. Meine Eitelkeit, meine Betäubung in der Inszenierung ? Ich trete hinter den beiden Pfarrern vor den Altar wo sie beten oder auch nicht, jedenfalls wo sie stehen und jetzt könnte ich reden.
8) Es würde ja genügen, wenn ich sagte:
„ Es ist höchste Zeit für eine neue Reformation, die eine innere Revolution voraussetzt: Dass wir hinterm Ofen unserer Bequemlichkeit hervorkommen und begreifen, wir dürfen uns diese Stadfestmissbräuche, die unser Engagement für unsere Rechte außer Kraft setzen sollen, nicht mehr gefallen lassen. Luther würde längst sagen: „ Steht auf dagegen, steht endlich auf. „

20171028_16523820171031_100635Aber ich schaffe es nicht. Was ich schaffe ist nur dies: Ich krieche in der Funktion als Ehrenamtsfrau wieder die Stufen runter durch den Mittelgang auf den Ausgang zu. Und dann sagt der Kirchenmann, dessen Namen ich zum Glück nicht ermittelt habe, dann sagt der hinter mir her:

„ Und nun lasst uns gemeinsam das Reformationsfest feiern, jeder auf seine Weise , der eine so, der andere so. „

Und hat mich damit zu einem Halloweeny gestempelt. Gut für den folgenden Gottesdienst.

Mein Mann lobt mich nachher ausdrücklich dafür, dass ich keinen Skandal verursacht habe, was ich so leicht hätte tun können. Und er mit seiner Hausfriedensbruchsfurcht hätte das Nachsehen gehabt. Oder so.

Klar, ich habe wieder mal die Chance vertan und zwar immer noch nach der Verurteilung meines Vaters:„ Was du vorne aufbaust, reißt du hinten wieder ein. „
Wieder und wieder sage ich die paar umwerfenden Worte, die die Menschen nachher auf der Straße von mir erfragen: Was habe ich damit sagen wollen ?

Und ich übe mich in Nachsicht mit mir: Man erdolcht niemanden im Schlaf,- und meine damit die Pastoren vorm Altar, weiß aber gar nicht, dass ich wirklich so feinsinnig bin !

Hätte- ich- nur-im-Sinn-der-anderen-Menschen sage ich immer wieder von vorne.
Diese Gelegenheit wird kommen und zwar schon bald, das weiß ich !
Bald bin ich mit dem COOP.WALK in der Türkei und wenn ich an Barcelon und Moskau denke, ahne ich, was passieren kann.

Ob mich die Kirchenleute, die ich bis jetzt verschont habe, da raus holen werden, falls was passiert, weiß ich nicht. Ich weiß es wirklich nicht !

Advertisements