Über allem die Großanstalt . Nein, mit der allerobersten fangen wir nicht an. Da kriegt man kräftig auf die Finger geklatscht, von hinten rum , wenn man die Kanzlerin verklagt. Dabei hatte ich gedacht, die ist genau so dem Gesetz verpflichtet, wie wir alle. Ist sie aber nicht. Sie, die Kanzlerin darf so viele Panzer nach Saudi Arabien schicken, wie sie will, hinter vorgehaltener Hand natürlich, und dabei helfen, Flüchtlinge zu erzeugen , alles wie sie will, weil sie hinten herum weitgehend unsichtbar ist. Jedenfalls für sich selbst ! Außerdem veröffentlicht sie ja. Irgendwann erfährt zuerst das Parlament und dann auch noch das Volk davon, ganz klar.

Und wenn man die Kanzlerin verklagt, die Person, die ich als Menschen übrigens unerbittlich sympathisch finde, wenn man die verklagt und veröffentlicht das Dokument von der selbstverständlichen, staatsanwaltlichen Abschlagung, die besagt, dass es nicht genügt, ein grundgesetzliches Zusammengehen von Kirche und Staat basismäßig als unzulässig für eine Demokratie zu reklamieren, – weil, wie jeder weiß, das in den Voraussetzungen für eine Demokratie so festgeschrieben ist, – also auch befolgt wird, da muss man nicht klüger sein wollen, als der Staat selber, – dann fliegt man aus seiner eigenen Identität raus ! Macht ja nichts, unsere so genannte Demokratie hat es uns längst vorgemacht, wie das ist, ohne Identität zu leben und sich selbst als vorbildlich zu bewerben. Identitätslos lebt hier schließlich so gut wie jeder. Um eine wahrhafte deutsche parlamentarische Identität glaubhaft zu machen, hat man Werbekanäle und die werden dann gewählt.

Und wenn man nicht an die Demokratie glaubt, dann bekommt man über facebook oder so von hinten rum eins auf die Finger geklatscht ! Wie ordinär, wenn man sagt, sowas geht nicht, rein anatomisch gesehen. Eine derartig abklatschende Verrenkung von hinten herum auf die Finger kriegt keiner hin, die trifft allerhöchstens den Hintern oder das Hirn.

Dazu könnte ich dann sagen, beide machen sich nicht draus, verarscht zu werden. Ich spreche von meinem Hintern plus Hirn im Vergleich zum Allerwertesten der Kanzlerin, was ein Unterschied ist. Ich habe nicht mal eben ein paar heimliche Drohnen oder Panzer zur Hand, ich sage nur:

Ihr könntet die Kanzlerin doch anzeigen. Die Masse macht´s !

Stattdessen lassen wir uns überschütten mit Berichten über Grenzschließungen, die vorher für so wichtig für den den Handel und Wandel zu öffnen erklärt wurden und auf einmal keine Wichtigkeit mehr haben sollen, und wissen plötzlich nichts mehr; – weder was über Schengen , noch über Europa.

Wenn das nicht die allergrößte IS Waffe ist, uns mit der eigenen Dummheit zu schlagen . –

Nein, mit der allerobersten Großanstalt fangen wir nicht an, wir bleiben bei den niedlichen, unschuldigen , kleinen und kleinsten Verschnitten, – den Rathäusern und ihren Insassen.

Wir gehen also zur öffentlichen Aushängung von Massendokumenten, mein Mann und ich, um etwas von den Grundlagen zu erfahren, die dazu führen, dass dort, im ehemaligen Hoffmannschen Park gebaut werden darf. Zahlenkolonnen über Bodenproben und Wasseranlaysen, über Giftstoffe und Tier- wie Pflanzenbevölkerung. Zahlen, die wir den Insassen ersparen, uns zu erklären. Was hier städtische Informationspflicht als Voraussetzung zum Baubeginn abgearbeitet wird, ist gleichzeitig nur allzu deutlich die Abwehr von Fragen. Wer gibt schon gerne zu, dass er davon nichts versteht.-

Mir ist es, ehrlich gesagt peinlich und zu dumm, eben die Baumenschen dorthin zu führen, um ihnen Zahl für Zahl zu beweisen, dass sie ausweichen mit ihren Antworten, dass sie genau so wenig davon verstehen, wie wir ! Des Kaisers neue Kleider, wie gesagt.

Aber wir werden Stichproben machen lassen !

In dem Zusammenhang der herrlichste Baumensch, Herr Oberweis.

Aber vorher die beiden Jungblütler von der kartographischen Abteilung, das Fachamt habe ich mir nicht gemerkt.

Wir öffnen die Tür zu ihnen . Schrecken, Zusammenzucken. Da liegt der Asenberg vor uns ausgebreitet, die Schreibtische als Abflugrampen davor und zwei lächelnde, wirklich freundliche junge Männer mitten drin, die sich obendrein freuen, wie wir uns freuen über soviel unerwartete Freiheit im Blick und uns dann schnell zu fassen und zurückzunehmen versuchen, um den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren, damit wir bei unseren Fragen bleiben können.

„ Aber,“ sage ich, „ da brauchen Sie ja gar keine Ferien mehr. Na ja, so weit wollen die beiden dann doch nicht gehen. Und dann ist die fragliche Karte nicht da.

Und ich bemerke, dass ich jetzt keine Auseinandersetzungen will und schon gar keine Befeindung.

Den Herrn Oberweis wollte ich doch immer schon mal kennen lernen, und wenn er da ist, wird sich die ein oder andere Frage vielleicht klären.

Und wie ich da so ganz beschwingt auf dem Weg bin, mache ich mir schon vorher nichts aus der zu erwartenden Abwehr, wenn er wirklich d sein sollte.

Aber an der Tür, gleich neben dem Herrn Bürgermeister, die altegediente Sekretärin dazwischen, die vom vorigen SPD Bürgermeister nämlich, man sagt, sie haben alles so eingereichtet, dass auch die Sekretärin quasi als Dauermöbel von vornherein am Platz bleiben konnte, da höre ich doch, als ich mich an der Tür bemerkbar mache, ein freundliches : „ Ja bitte , „ und eine Gestalt kommt auf mich zu. Mehr kann wirklich nicht in einen Satz, in eine Handlung gepresst werden.

Da kommt Dionysos, kommt Zeus, kommt Karajan persönlich auf mich zu.

Und wie ich meinen Namen aufsage, weiß er schlagartig nicht mehr, dass er eben noch „ ja bitte „ gesagt hat, der schlanke Mensch mit dem beherrschenden Mund.

Und es ist vorwiegend der fast neunzigjährige, ewig jugendliche Karajan persönlich, der mich da anherrscht, was mir einfällt, ihn in seinem Allerheiligsten aufzustören. Er hat schließlich anders zu tun und sowieso keine Zeit.

Hat er tatsächlich schon vergessen, dass er gerade noch „ ja bitte „ gesagt hat ?

Und ich sehe noch einmal in sein neunzigjähriges Marmorgesicht.

In seinem Zimmer vorwiegend PC und dahinter: Dunkelgebiet.

Nein, keine Zeit und ich sage, dass ich auch nur einmal seine Art von Energie kennen lernen wollte.

„ Energie, Energie, was habe ich damit zu tun. „

Darüber kann ich jetzt nicht lachen.

Aus den Augenwinkeln heraus sehe ich, dass er sich bemüht, mich als Frau abzustempeln, oder besser, Eso- Frau !

Nebenbei erfährt er auch, dass es mir um die Aushängung geht und um die Abfertigung von Bürgern und um voreiliges Abhacken von Bäumen und um die Verschanzung hinter Terminen und bürgerschaftsmäßigen Voraussetzungen von solchen Menschen, deren Arbeit bald ebensogut von Robotern übernommen werden kann und übernommen wird. Das sage ich natürlich nicht laut.

Da versucht er, von der Seite her, mir noch einmal ins Gesicht zu steigen, aber er ist etwas kleiner, als ich:

„ Sie haben sowieso keine Chance, „ meint er aus dem Mund heraus, den ich eben beschrieben habe und der jetzt eher ins Tierreich gehört.

Als ob ich das nicht gewusst hätte, dass solche Anstalten genau dazu dienen, das weiter und weiter zu verbreiten, was er mir so unfeierlich, aber furios präsentiert, diese eigentliche, unumstößliche Hörerweitergabe und Unzuständigmeitserklärung, diese absolute deutsche Essenz aus seinem allerherrlichsten Robotergesicht heraus ! Dabei gäbe es eine derartige Potenzierung endlich einmal zu feiern:

„ Sie haben sowieso keine Chance. „