Donnerstag, 03.09.15

Kinderstunde mit vierzehn Vierjährigen. Ich rechne mit Getümmel, Unaufmerksamkeiten, wilden Ausbrüchen. Stattdessen fliegen wir gemeinsam ins Weltall. Ja, mit dem Himmelsboot, das ich mit meinem Enkel aus Weiden geflochten habe, riesig für Kindergefühle und luftdicht zu bekommen über die Kraftgedanken, mit denen wir es verfüllen, sobald wir eine glatte Fläche brauchen. Rasende Geschwindigkeiten durch Sternen Nebel hindurch und an Planeten entlang. Auf einmal ein kleiner, ängstlich mutiger Stern, der die Erde mal von ganz aus der Nähe sehen möchte. Den besingen wir:
„ Blinke blinke kleiner Stern droben hoch am Himmel.“ Und wie die Kinder sein ängstlich übermütiges Blinken mit den Fingern nachmachen, die Kleinen, singen sie auch schon das Lied, das sie eigentlich gar nicht kennen. Und wie sie ihn dann in die Taschen stecken, jedes Kind seinen eigenen ängstlich mutigen Stern und ihn mit den Händen beschützen, damit er den rasenden Flug zur Erde unbeschadet übersteht, da hören sie sein Atmen mit Herzklopfen drin, wie er sich in einem Busch versteckt und doch gar nicht weiß, was ein Busch ist, – da atmen sie alle, alle diese ängstlich mutigen Sternen Atemzüge mit und mitten in unseren kleinen, beschützenden Saal hinein, als ob das der gesamte Erdplanet wäre mit Busch und Stern drin und diesen Kindern, die so ganz leise und Augen und Mund und Herzschlag und Stimme sein können und alles in einem ganz und gar da.

Und ich frage mich, wieviel Anstrengung es braucht, diese natürliche Verbundenheit zu zerstören, damit nachher eine von Büro zu Büro sich spreizende Massenstarre seelenlos geldfressender Bürokraten Automaten daraus wird, die nichts mehr interessiert, als ihre eigene, metallische Oberfläche. Abblocken von Bürgeranfragen als natürliche Entschädigung für eigenes Abgeblocktsein, für ungelebtes Leben.-
Wohin sich das Sternenkind in diesen Bürokraten zurück gezogen hat.
In das Vorgeburtliche vielleicht oder in das Gestorbensein ? Wie lange kann man sich hinter sein eigens Blasensprechen zurück ziehen ohne selbst daran zugrunde zu gehen ?
Nazi Eichmann hat seine eigenen KZ Verbrechen sogar vor sich selber leugnen können und ist alt dabei geworden. –

Am Nachmittag verordne ich meinem Herzschlag Mäßigung und rufe Frau Nestler an, die Sekretärin des Bürgermeisters von Freital, Herrn Rumberg. Gottvater Rumberg selber ist natürlich nicht zu sprechen und die Machtunterhändlerin Nestler schmeißt den Hörer auf, als ich frage, ob sie es nicht nötig hat, auf mein Angebot zu antworten.
Nachher lese ich, dass da in Freital auch nachgesessen wird. Da gibt es Pflichtübungen, Aufarbeiten von dubiosen Unanständigkeiten, über die man nicht spricht. – Ein Pilotprojekt für vier Monate mit fünfzehn Flüchtlingen und wehe, die funktionieren nicht. Stefan Kretschmer hat sowieso keine Zeit und einen deutlichen Namen hat er auch nicht. Was,- sagt Frau, Gerhold, die Frau vom Marketing, rechtsradikale Probleme ?
Überhaupt irgendwelche Randerscheinungen mit den Rechten ? Nie gehabt. Gute Frau, sage ich, das wimmelt durchs Internet. Heute kann man sich da nicht mehr verstecken. Da hat sie mich aber längst weiter geleitet und das Landratsamt weiß natürlich auch von nichts. Herr Hertel, zuständig für Migration und Integration ist sowieso nicht anwesend, weil überbeschäftigt, was vielleicht sogar stimmt.
Den Pressemenschen von Weimar, Herrn Finke mache ich von vorneherein an, um Zeit zu sparen. Der arme Kerl kann nichts dazu. Auf sein „Sie erpressen mich, setze ich: „ Ja klar “ „
Die Salbadereien Party von Dresden mit Krüger und Fischbach steckt mir noch zu widerwärtig im Ohr. Ob sie zum Worte Spreizen da sind oder nicht, – meine Zeit ist es nicht.

flying again

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