Das Museum MARTa feiert seinen zehnten Geburtstag. Dazu hat es eingeladen und viele Menschen sind da. Genau so ein braver Bericht gehört dazu und genau so brav hat es sich zugetragen, nach Schüleraufsatz- Art. Mehr weiß ich nicht. Die große abendliche Feier nach diesem Eingangsmuster hätte ich kaum ausgehalten.
Vielleicht wäre eine Ankündigung des Besuchs der alten Dame angebrachter gewesen, aber Überraschungen sind mir lieber, – siehe der letzte Besuch zur „ Freiheit der Kunst „ organisiert von der FDP im Ringlogschuppen Bielefeld, wo ich „ Meine Taten, die sind frei „ unter dem Schild zur „ FREIHEIT DER KUNST “ gesungen habe und durch die kleine Musikgruppe auf der Bühne schnell schnell übertönt, und dann von der Bühne verscheucht,- dann aber doch lieber von der Polizei abgeführt werden sollte, bis jemand endlich drauf gekommen sein muss, dass da was nicht zusammen passt: Entweder das Abführen nicht, oder die Freiheit der Kunst nicht. Oder die FDP insgesamt zu sich selber nicht, wofür sich der Wähler, endlich einmal zu Recht, bundesweit entschieden hat.

Nein, im Museum MARTa bin ich von Herrn Nachtigäller sogar per Handschlag empfangen worden, wie jeder andere auch. Und dann von vielen vielen Fotoapparaten. Ein guter Schluck Sekt und mehr, und das Warten auf die Laudatio, zu der man seine Sitzplatzkarte vorweisen muss, was in meinem lächerlichen Fall eher absurd gewesen wäre in Anbetracht meines überdimensionalen Hinterns. –
Schade, zur Überreichung meines goldenen Pappdeckelordens am echt Beuysschen kupfernen Bande für Herrn Nachtigäller ist es aus diesem Grunde nicht gekommen. Ich habe mit den anderen, auf Godot Wartenden, auf eine große Leinwand gesehen, auf der Neben- und Hauptlaudatoren Huldigendes oder auch kabarettistisch Zugespitztes von sich gegeben haben und dann weiter vor der Tür zum Festsaal, wo die Prominenz auf ihren Einsatz wartete, mal abgesehen von den Ordnerinnen. – In einklänglichem Warten auf die echten, prominenten Lobreden.
Aus der Perspektive des Weltraums betrachtet, ist dieses Fest hier… – ich versuche, den Satz mehrfach zu Ende zu denken, was mir aber nicht gelingt. Die Leute warten einfach zu laut. Stattdessen warte ich kurzfristig neben einer mittelalten Politikerin , die bestimmt auch Lobsprüche loswerden will.und mir etwas von vergeblichen Frauennetzwerken erzählt und dass man Dinge eben einfach machen soll, da führt kein Weg dran vorbei, und dass die Leute immer noch zu viel zum Leben haben und Menschen erst, wenn das nicht mehr gegeben ist, aufrührig werden würden, nicht etwa, weil sie zuviel Obrigkeitsdenken hätten, wie ich vielleicht meine, und trotzdem gar nicht so absurder Weise den Staat verklagt hat, einfach so, oder egal warum. –
Nachher ziehe ich dann die ein oder andere Dame, den ein oder anderen Herrn ins Gespräch, und alle wissen nicht so recht , warum sie so wenig ins Museum gehen, aber hier vor Ort warten und warten und ich versuche, – zu meiner eigenen Langeweile , – immer wieder zu berichten, dass ich aber doch ein Konzept zur Veränderung der Museenlandschaft geschrieben und Herrn Nachtigäller überreicht habe, der es auch gern verwerten wollte und schon getan hat, irgendwie, und dass ich es eigentlich nicht ertrage, wie wenig gerade dieses kindhaft gewachsene Haus so wenig wild chaotisch Kindliches hervor und zur Ansteckung bringen will, wie Jan Hoet es über unsere karge Provinz hinaus zu hieven versucht hat, ähnlich diesem Satz und dem irgendwo verschollenen vorigen, wildwüchsigen Wortgebilde in meinem Kopf, das sich um die Perspektive aus dem Weltall bemühen wollte. –

Ich weiß letztlich gar nichts mehr, nur, dass ich gern nochmal ausprobieren würde, ob ich mit diesem albernen Ballonkleid, bestehend aus,- schade, ich habe sie diesmal nicht gezählt, wer weiß wie vielen echten deutschen Esspappen,- wohl die Treppe rauf komme und wieder runter, oder ob ich damit hin knalle.-
Das tue ich dann auch,- das Ausprobieren meine ich, und fühle mich noch absurder neben den meist winzigen Fotos von Frida Kahlo . Zu meinem eigenen Unglück presse ich dann die voluminösen Seiten des Kleides an mich, um neben der sich schnell lichtenden Menge nicht allzu ponmpös und rücksichtslos in meinem Platzanspruch daher zu kommen. Und denke dabei an die vergebliche Wut der Frida Kahlo, die so sehr meiner eigenen gleicht und wie wenig wir Frauen doch weiter gekommen sind, seit ihrer Zeit. Und wohin überhaupt, betrachtet aus Perspektive des Weltraums. –

Gewand im Wachsen

Gewand im Wachsen

Arbeit mit wunden Fingernn

Arbeit mit wunden Fingern

Arbeit auf Maschendraht

Arbeit auf Maschendraht

Alles aus Pappe

Alles aus Pappe

Diese Arbeit und nichts sonst

Diese Arbeit und nichts sonst

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