Kirchenparcours 11

Die Besprechung mit Frau Dr. Schulz hat tatsächlich stattgefunden. Eine vorzeitige Katastrophe, wenn es anders gekommen wäre. –
Wir haben noch eine kleine Wartezeit, bis das exemplarische Urteil: „Die Kirche behält Geld nur für sich selber“ endgültig gefällt wird,-
und zwar bís Ende Dezember.

Wir treffen uns im italienischen Cafe´am Kirchplatz und erkennen uns sofort. Sie, eine hoch gewachsene Frau, die, auf den ersten Blick, schon einiges gestemmt hat, und ich, die skurrile Alte mit Muff vorm Bauch und Verve im Blick.
Durch den eisigen Wind hindurch, die einschneidende Kälte nach dem verwöhnenden Herbst, wagt sie sich „ in die Höhle des Löwen „ und ich mag sie sofort, ob sie nun abgeordnet daher kommt, oder nicht !
Ihre raspelkurzen Haare erinnern mich an mich selbst, genau wie ihr Name.
Um mich weiter zu identifizieren, höre ich erst mal zu, verstehe aber noch lange nicht genug. Erstens, weil ich beim Hören immer auch das Getön der eigenen Botschaften vor den Ohren habe und zweitens, weil mein Gegenüber in der Kürze der Zeit kaum ihren Lebenslauf, und dahinter den Lauf der Kirche zu DDR Zeiten , deutlich machen kann.
Meine Daseinsahnungen, das Seismographische meiner Wahrnehmung ist vielleicht ein besserer Begleiter, als ein zu persönliches Hin und Her,- die Schutzbedürftigkeit jedes Menschen soll gern gewahrt bleiben.- Im Laufe des Gesprächs sehe ich die Mimik meines Gegenübers freier werden und vermute mich durchaus gespiegelt.

Was ich beim Zuhören inhaltlich erkenne, ist das familiäre Dasein gegen den DDR Strom mitsamt dem Dasein der Kirche. Ein Dasein, das „breite Schultern“ verschafft und nachher Hoffnungslosigkeit, ja Resignation, wenn es denn „ im gelobten Westen „ nicht besser wird, sondern eher schlimmer. Eine Resignation mit Vorhängeschlössern,- genannt „Bürokratie“.
Wenn das Siegel Staatsgefängnis einfach mit dem Siegel „ ndurchschaubare Geldmacht „ ausgetauscht wird, welches Entkommen bleibt uns dann ? Das zweite Siegel ist ja schlimmer, weil es sich als unsichtbar erweist und darum nicht zu brechen ist.-
Ich habe darüber schon mehrfach geschrieben. –
Da fragt es sich ganz nebenbei: Waren wir Deutsche je etwas anderes , als „brave, amtstreue Verrichter;“ mit nichts als Folgsamkeit im Blick, und wollen gar nicht weiter denken, weil wir sonst immer automatisch bei Hitler ankommen. Hitler, den wir niemals überwinden werden ?
Dann überwinden wir schon eher Christus mit seinem Kreuztragen, der, wenn er sich beim Kirchentag auf den Straßen multipliziert, zur Anstößigkeit wird. Darüber sprechen wir. –
Jaja, in einer Fun- Gesellschaft, zu der wir staatlicherseits immer neu abgerichtet werden, und das schreibe ich gerne noch tausend Mal, in dieser Gesellschaft ist Leid anstößig und darf nicht mitspielen. Lieber lasst uns alle zu Fun- Automaten werden, – Und das Internet spielt die Musik dazu….Die Worte vom anstößigen Leid sagt sie, sage ich, sagen wir. Und unterschwellige Einigkeit schmilzt Redeströme.
An dieser Stelle, wie ich da sitze und, ohne viel zu hören, oder zu sagen, viel verstehe, habe ich nichts zu meckern.

Und doch bin ich hier die Einzige, die von Hoffnung spricht. Eine Hoffnung, die sich anfänglich auch inszenieren lässt, sage ich.

Die Kirchenangehörigen scheinen alles andere, als Hoffnung zu haben. Wie sollten sie auch,- angesichts der Gleichgültigkeit gegenüber Kirche, von der auch Frau Dr. Schulz spricht und angesichts des Brodelns der Angestellten im eigenen Fett, die nur noch ein Lied singen: Nach uns die Sintflut ! Meine Rede. Wozu dann aber dieser Verwaltungsbalg , dieser monströse Apparat, der das pure Nichts mit einer Telefonverweigerung nach der anderen absticht ?

Und wieder nehme ich meine eigene Hoffnung bei der Hand und gebe sie denen, die draußen warten. Gebe Hoffnung und Wut weiter. Beides Seiten einer Medaille. Die notwendiger Weise zu ertragenden Gegensätze, von denen auch Frau Dr. Schulz spricht. Hoffnung, sage ich noch einmal. Oder glaubt ihr etwa, nur Größenwahn lässt sich in Deutschland absetzen ? Zum Beispiel jetzt: Den Größenwahn beherrschbarer Geldströme und Finanzmärkte und Derzeitregierer und nach dem Schröder, der Merkel, den überall Derzeitigen noch eine Sintflut und Geld lässt sich schnellsten nachdrucken undundundund……
Wie sollte sich „ DIE (staatliche ) KIRCHE “ da anders benehmen ? Müßige Worte ?
Und wieder verstehe ich eine Gudrun Ensslin, wie ich sie schon damals verstanden habe, allerbestens. – Die Bader Meinhoffs waren doch noch harmlos gegenüber dem, was sich der Staat heraus nimmt, ohne uns zu fragen. Die Damaligen wussten, was sie taten und wollten dafür gerade stehen. Sie haben keine selbst steuernden Drohnen ins Gewissenlose hinein geworfen, wie es die Regierung sich selbst legitimiert. Ihre eigenen geplanten Verbrechen ins Gesicht derer, die gewohnt sind, zuzugucken und nichts zu tun.

JETZT MÜSSEN TATEN HER !

Und ich höre noch einmal von Frau Dr. Schulz Seite ein: „Aber ich werde Ihre Vorstellungen wohl nicht so, wie Sie sich das denken, erfüllen können.“
„ Liebe Frau Dr. Schulz, möchte ich nachträglich hinterher rufen und tue es hiermit: Die Kirche kann sovoer Abermillionen Einnahmen haben, wie sie will, ich weiß, dass KircheundStaat ein und derselbe Ausgrenzungsappart ist und dass die Amtlichen kein Interesse haben an Inhalten, die von Menschen außerhalb ihres Kosmos kommen. Aber wir, wir gewöhnlichen Menschen, wir brauchen diese Art von Kosmos nicht. Und weiter: Fragt uns doch eimal, was wir mit denen machen, die uns wohl ausbeuten, aber nicht schätzen ? –
Kann es denn sein, dass ich wirklich noch einmal so etwas Zartes höre wie: „Und Sie wollen wirklich nicht ehrenamtlich arbeiten, ……??? wie die anderen braven Künstler alle ,…. ergänze ich. Und rede weiter.

Und ich schreie. Ich schreie euch noch einmal an, wie ich es in Berlin getan habe, denen ins Gesicht, die die KÜNSTLER REIHENWEISE AUSBEUTEN , um ihre Billigwerbung , Billigruhigstellung auf dem Rücken derer zu betreiben, die endlich auch einmal gesehen werden wollen : DAS VOLK.

Ihr macht uns nicht zu eurem Fußvolk, wir gucken euch auf eurem hohen Ross nicht länger beim Geldscheffeln und Wegschmeißen, je nachdem, und Kriegsmissbrauch Betreiben zu, wir haben keinen Spaß mehr daran, dass auch wir uns auf unterer Ebene so schön die Bäuche vollfressen dürfen.-

„ So viel Überfressenes auskotzen, wie wir müssten, können wir gar nicht, „ sagt mir jemand und ich klopfe ihm, wie mir, auf die Schulter, damit es besser geht.
„ Auch uns selber, wie die anderen, tröstet Geld und das große Fressen nicht allzu lange…“

NEIN, WIR SIND DA UND DECKEN EURE MACHENSCHAFTEN AUF, ES SEI DENN,
IHR LASST UNS WIEDER HOFFNUNG DENKEN UND HANDELN.

Hoffnung !

Hoffnung !

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