Kichenparcours 2

Bin ich Günter Wallraff ? Muss ich irgendwen oder was entlarven, nur weil ich den Kirchen ein umwerfendes Angebot zu machen habe ?
Nichts dergleichen. Ich schreibe an dieser Stelle einfach mit, was passiert. Notiere sorgfältig Namen für Namen derer, die zuwendungshalber da sind. Die im Namen der Kirchen Funktionales und Inhaltliches verwalten ,- beileibe nicht nur Geld, – die Kontakte schaffen und immer neue Posten besetzen, um Bewegungen zu fördern. Man muss den Kirchen nicht unterstellen, sie stünden, im Gegenteil, einer wahren Weiterentwicklung im Wege. Wir leben doch nicht mehr zu Luthers Zeiten. –

Ich habe vor, Begeisterung zu bewirken. Das ist mein Beruf. Er war es immer. Früher mit der Musik, jetzt mit Zeiterkenntnis, wenn man so will, also Konzept Kunst und Sprache. Wobei ich, als Anhängerin von J. Beuys, den Titel Künstlerin nicht für mich beanspruche. –
Nachdem ich der evangelischen Botschafterin fleißig Briefe geschrieben habe, selbstverständlich ohne auf Antwort zu hoffen, dann auch den ebenfalls sympathischen Heiner Geisler informiert, setze ich auch der anderen Bischöfin nach, der im Ostdeutschen wirkenden Frau Junkermann, der ich aus eigener innerer Hoheitsscheu einen Doktortitel anhänge.
– Ja, sagt Frau Lembeck, die Sekretärin am Telefon, ich tue, was ich kann, um ein Telefongespräch zu ermöglichen, aber, man kann sich mit einer Bischöfin nicht einfach so verabreden wollen. – Aha. Ich höre, sie synodiert gerade, die Frau Bischöfin, wie viele andere auch, die gerade erst begriffen haben, man könnte das Internet nutzen, wenn Kirchenräume leer bleiben. Und was tun sie da, die Klerikalen ?
Sie hinken im wahrsten Sinne hinter der virtuellen Welle her. Werden sich einer verpassten Chance bewusst in dem Moment, wo Menschen in Horden schon der dröhnenden Internetzwänge überdrüssig sind und nur noch eins wollen: RUHE !

Dazwischen geschoben dies: Ich schätze Frau Junkermann ( rein hypothetisch ) sehr, weil sie es wagt, sich wegen verwalterischer Überfunktionen mit anderen Geldschürfern anzulegen. So verstehe ich es. Aber Intimes soll man nicht berufen und christliches Vokabular, inzwischen sogar intern eher als intim, sprich peinlich begriffen, versinkt, wie auch offizielles Geldgerede in Grabeskälte. Nur Ehrenamtsworte werden jederzeit gern im Munde geführt, nach außen hin, weil darin der wehende Gottesgeist Gestalt annimmt, denke ich so. Nein, christliche Selbstumkreisungen soll man nicht stören. Und wen wundert es da, dass die, die sich selbst derartig abschotten, ansonsten Leere erzeugen. Sollen sie doch unter sich bleiben, die mit christlichen Aushängeschildern nicht einmal mehr Schatten erzeugen.-

Dann wende ich mich ans Landeskirchenamt Hannover, dieses Amt, mit dem schon mein Vater zu tun hatte und, nachdem ich mich im Vorübergehen frage, warum Gott nicht von vornherein Ämter, statt Menschen geschaffen hat, bekomme ich am Telefon eine Automatenstimme zu hören, die sich nicht wesentlich von der Pressestellenstimme unterscheidet, die danach ertönt. Ich erkundige mich nach einem Menschen. Einem Menschen mit Ohren und einer menschlichen Stimme.
– Bitte sprechen Sie mit Frau Pastorin Arnheim, Leiterin der Pressestelle, die müsste bald wieder da sein. Ob die das beides hat, müssen Sie selbst beurteilen. Ja sie ist dann auch da, aber ,als ich sie wiederum nach einem Menschen frage, automatisiert sich die Stimme am Ende der Leitung erneut.Ein Schrecken für musikalische, also allgemein menschliche Ohren.
Ich soll ihr mein Anliegen, – ich unterbreche: Es ist vor allem Ihr Anliegen: Sie stellen Kirchentage in den Raum, Sie bewegen sich auf Luther 2017 zu und suchen kreative Köpfe. Die ehrenamtlichen Pferdefüße sind mir in dem Moment egal: Sie, die Kirchen könnten Schlaglichter bekommen, die Menschen wieder bewegen.- Ja, ich weiß, ich soll ihr mein Anliegen, was, verdammt nochmal, das Anliegen der Kirche sein müsste, als mail zusendendamitsieesalsmailwiederloswird, damit sie das Gefühl hat, sie hätte, wie der übrige bürokratische Rest der Welt ihren Posten zur Gänze ausgefüllt, Punkt.

christliche Idylle

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