Sehr geehrte Frau Dr. Käßmann,

vorab muss ich eins loswerden,- ( und siehe da, ich mache mich wieder einmal alles andere als „ Lieb Kind “ : )
Ihr stellvertretendes „Fehltritt Eingeständnis“ mag sich vorübergehend als positiv für Kirchen Neuzugänge ausgewirkt haben, entschuldigen Sie,- mir schwebt unmittelbar Christus am Kreuz vor Augen,- aber im Hinblick auf weibliches Standhalten und Vorwärtskommen in der Welt war es, gerade jetzt, ein gravierender Rückschritt. Aber, wer von uns ist ohne Fehler……Zur Sache selbst.
Gern hätte ich dem „Evangelischen Kirchentag „ den COOP. WALK zukommen lassen. Der C.W. ist seit 2003 in Intervallen unterwegs, stilles Zeichen geduldigen Zusammenstehens, fortschreitender Kraft und Erneuerung. Ein
( nicht nur ) christliches Symbol. Im direkten Kontakt aber mit einem Kunst und Kirchen Kontakt Funktionär ist mir das Manuskript in der Tasche stecken geblieben. Ungeplant, einfach so.
Diesem eisigen jungen Mann ein mit aller Mühe erobertes und jahrelang bewährtes, geniales Werk anzubieten, das, wie ich empfinde, ebenso aus mir, wie aus dem Kosmos gegriffen ist, wäre „ Perlen vor die Säue „ geworfen gewesen.
War es, seinem Ermessen nach nicht „Klamauk“ tauglich genug für einen Kirchentag, bei dem sich die sicher sehr guten Beiträge hoch stapeln ? Vor allem aber nicht von der Kirche erfunden. Das nehme ich an.
Ich drücke es deutlich aus. Warum stellt sich Kirche noch frostiger, noch konzernartig eleganter auf , als die unzugänglichsten Firmen, die es derzeit gibt ?
Fühlt sie sich unter der Oberfläche derart am Ende ? Sie hat ja nicht unrecht damit.
Die westlichen Kirchen bräuchten dringend Reformation. Und zwar eine gewaltigere, als die, die sie im Begriff ist, zu feiern !
Übrigens hat die Firma Bertelsmann, ich schreibe es immer wieder gern,- eine Kopie in Gestalt der kläglich gescheiterten „ Du bist Deutschland „ Aktion aus dem COOP.WALK„ Gang zur positiven Wende „ zu machen versucht,- ich hatte mich damals bemüht, mit der scheinbar sozial denkenden Firma zusammen zu arbeiten.

Naiv und trutzig genug, versuche ich es jetzt mit den westlichen Kirchen erneut, weil der Schrecken über den Ansturm islamischer Gewalt Bewegungen „ vor der Haustür angekommen“ ist ! Genau so, wie es die ebenfalls knapp überlebenden Zeitungen schreiben. Und wie es mein Vater, (Pastor ) schon vor Jahrzehnten voraus gesagt hat. Er wusste, dass Menschen ohne autoritäre Unterdrückung nicht beizukommen ist. Nicht religiös, nicht politisch. Höchstens noch mit einem Regime, das nicht als repressiv zu erkennen ist.: Dem Regime des Konsums in jeder Form.
Aber, was soll ich anklopfen, wenn die evangelisch Engagierten,- und ich spreche von denen, die gerade noch ihr Brot damit verdienen, nur noch genau daran interessiert sind und vor allem eins tun: Worte machen und möglichst geschickt weggucken !
Ich erspare Ihnen nichts. Es gehören Menschen zur Umsetzung einer Erneuerung, die ungeachtet ihrer selbst zu Werke gehen. Ob es die noch gibt, weiß ich nicht. Oder sind am Ende gerade Sie es mit Ihrem Rücktritt gewesen ? Schließlich steckt auch diese Betrachtungsweise in Ihrer Tat….. Und die, die sie bereits verkörpert haben: Es bleibt uns allen nichts anderes übrig, als unsere Menschlichkeit auszuhalten !

Und weiter. Zur „ Erneuerung der Museenlandschaft „ habe ich ebenfalls ein Konzept entwickelt, in dem ich mich auch auf den Stand der Kirchen bezogen habe. Dieses Konzept ( Herrn Nachtigäller, Museum MARTa ausgehändigt, ) ist auf Anklang gestoßen und scheint in den Anfängen der Umsetzung zu sein.
Ich selbst interessiere mich nicht dafür, in Räumen lebendig begraben zu werden, weshalb meine „ Kunst gleich Nichtkunst „ auf der Straße passiert, wo oft Menschen von der Straße mindestens ebenso ausdrucksvoll, wie ich, agieren ! Was ich als ( im hergebrachten Sinn ) bekennende Nicht – Christin auf meine alten Tage dabei lernen soll, findet sich von Tag zu Tag.
Ich stürme immer noch gegen meine Mutlosigkeit an.

Hier biete ich Ihnen zunächst etwas anderes an: Die „ Aktion und Installation Himmelszelt , Speisung der Fünftausend“
Zur Durchführung in Kooperation bis zum Jahr 2017 und darüber hinaus.
Diese Aktion könnte, wie von mir vorgeschlagen, zum Kirchentag in Stuttgart beginnen und dann sich steigernd weiter geführt werden, bis 2017 und darüber hinaus, – bis sie alle ergreifbaren Menschen ergriffen hat

Falls Sie wollen, dass wir über den „ COOP.WALK „ ins Gespräch kommen, können wir auch das tun, später.
In der Hoffnung, dass Sie standhaft genug sind, diesen Schrecken auszuhalten, grüße ich Sie herzlich.

PS.: Übrigens habe ich Herrn Geissler, dessen Art ich sehr schätze, die folgenden Seiten ebenfalls geschickt. Seiten, die ich gelegentlich auch veröffentliche. Was er daraus macht, bleibt ihm, wie Ihnen überlassen !