Erste Berührung mit der italienischen Gerichtsbarkeit. Ich möchte es wissen. Mehr als alles andere möchte ich es wissen, wissen, wissen. Dafür wäre ich sogar bereit, und war es schon,- meine Zeit, das Kostbarste, was ich habe, in die Waagschale zu werfen. Das heißt also: Mein Leben.

Sterben muss ich ohnehin. Ich will Leben einsetzen, egal, was der Lauf der Dinge mir vor die Füße wirft.- So geht es derzeit vielen, die an die Grenzen ihrer Existenz gebracht werden. Allein durch intensive Beobachtung womöglich. Und das weit unerträglicher, als wir, trotz aller Bereitschaft zur Empathie, mitempfinden können.- Natürlich denke ich an die Flüchtlinge von Lampedusa und müsste schweigen. Meine italienische „ Berührung „ nimmt sich dem gegenüber als unterhaltsames Marionettenspiel aus, würde sich aber eventuell als exemplarisch erweisen, ein paar Handlungsebenen weiter…. Der lächerliche Berlusconi Fall geht mir nicht einmal an die Kopfhaut, obwohl dieser in der Zusammenfassung am ehesten zeigt, wie weit die Gerichtsbarkeit im Angesicht von Geld jede Scham, jede Würde zu verlieren bereit ist. Öffentlich. Wie die Kirche. Und ich will wissen, welche Breschen Selbstlügen ins eigene Befinden schlagen. Sogar in das Befinden von anonymen behördlichen Organen ?

 

Und ich schwimme. Ohne Rettungsring. Wie war das mit den Nazischergen. Weiß ich nicht längst, wie weit Selbstlügen gehen ?…Hat mein eigener Vater nicht Hitler Widerständler noch zu Kriegsende, also 1945, knapp nach oder knapp vor der Kapitulation mit geistlichem Trost zur Erschießung begleitet und mir das Verbrechen als einzigem Familienmitglied auf die Seele gelegt ? Mein Geburtsjahr: 1946. Wozu also das Maul so voll nehmen ?

 

Mir ist schlecht.

 

Ich ahne den möglichen Umfang dieser ersten gerichtliche Schritte, wie sie sich ausweiten könnten und will, trotz aller Bedenken, etwas über die Anfänge vor den Anfängen wissen. Wo und wie beginnt es , dass Menschen unter Menschen ihre Menschlichkeit verleugnen, auch auf der „harmlosesten„ Stufe.

Der Anlass: Eine Auseinandersetzung um eins meiner kostbarsten Streichinstrumente , also auch um Geld. Und um Leben. Mit dem Verkauf dieses Instruments kann ich meine künstlerische Arbeit weiter betreiben. Dabei haben wir nur wenig zu bestreiten. Die ersten Stufen eines Delikts, das hier womöglich mit Leichtigkeit umetikettiert wird, sogar so, – die Anfänge schienen mir offenbar,- dass ich schlussendlich am Pranger stehe….. Noch warte ich,- noch ist nichts besiegelt, noch entzieht sich der Attentäter einer Verantwortung, die er sogar gegenüber seiner Stadt verleugnet. Noch ahnt er nicht, welche Schritte ich bereits vorbereitet habe….

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