Mohammed -Hitler Drohne,“ eine COOP.WALK Ortung zur Zeitgeschichte

 

Im Jahr 2011 ist der COOP.WALK zehn Jahre unterwegs. Und zwar phasenweise vorwiegend in Deutschland. Er begleitet die Bemühungen und den existentiellen Notstand deutscher Innenstädte, zunehmende Arbeitslosigkeiten und ehrenwerte Anstrengungen, dem entgegen zu wirken.

Mit dem Jahr 2011, dem Jahr um sich greifender Bankenzusammenbrüche, der offen ausbrechenden europäischen Krise und beginnender Revolutionsbewegungen, ausgehend von Tunesien, ist jeder Mensch zu einer neuen Teilnahme herausgefordert.

Der COOP.WALK nimmt neue Gestalt an. Ort : Barcelona. Anlass: Berichte über gravierende Jugendarbeitslosigkeit in Spanien. Dasselbe in Griechenland und vielen anderen europäischen Ländern.

Um mir selbst ein Bild zu machen, breche ich im Januar 2011 nach Barcelona auf. Zum Beispiel Barcelona, sage ich mir und bin froh, dass meine privaten Bedingungen mir endlich Reisefreiheit geben.

Dann, 2012 der Auftritt der „Pussy Riot „ Frauen. Kaum zwei Monate später, im Oktober, mache ich mich auf nach Moskau. 2013 neue Unruhen in Ägypten, über die Ich mir vor Ort ein Bild machen will. Ich fliege im Januar nach Kairo.

Die Drohnendebatte, stellvertretend für anonyme Kriegsführung und Bereicherung, neue rechtsradikale, offenbar staatlicherseits gedeckte Gewalt in Deutschland, neue Vergewaltigungsgeschichten in Indien, der Frauenmangel in China, Fragen zur Teilnahme oder Abwesenheit von Frauen bei den neuen demokratischen Aufbruchsversuchen  im arabischen Raum. Ich beunruhige mich, will selber sehen, was neu ist und was heimich das Alte bestätigt.

Mit eigenen Augen sehen, wie weit da eine wirklich neue Emanzipationswelle losbricht.

An der ersten Welle in den siebziger Jahren hatte ich auf meine Weise aktiv mitgewirkt. Wie es scheint, kommt diese Welle mit noch mehr politischem Zündstoff daher.

Die Annahme finde ich in Kairo bestätigt. Am Tahrirplatz lebe ich gefährlich. Tatsächlich sehe ich aus nächster Nähe, was Frauen antreibt und was sie gleichzeitig zurück wirft. Ich nehme aber auch männliche Hitze wahr, männlichen Kampfeswahn und Todeslust. Eine fremde Welt. Sie verlangt mir Einfühlung aus nächster Nähe ab. Hier wie in Barcelona sind es keine Objekte, die im COOP.WALKschen Sinn vorwärts gebracht werden- immer das letzte Objekt vor das erste,- es sind Menschen, die den symbolischen Gang in die Welt setzen. Ein Logo für Geduld, Zusammenhalt, Durchhaltevermögen und den unbeirrbaren Willen zum Fortschritt. Wie wir gesehen haben, die Geduld als größte notwendige Qualität auf dem Weg zur Demokratie und zu selbst bestimmter Individualität und Gemeinschaft.

So schnell funktioniert Demokratie nicht, auch wenn das Internet Rebellionen und Organisationswege schneller befördert als je.

Hier und da vor Ort wird mir mehr und mehr die zerstörerische Komponente mechanistisch formelhafter „ Männlichkeit „ deutlich. In einer männlich orientierten Welt sind auch Frauen die Hüter gewaltherrschaftlich “ männlicher “ Verhältnisse , die die Warenwelt ebenso wie sogenannt private und politische wie auch intellektuelle Bereiche  durchziehen.

Das Bild zur Verdeutlichung dieser Erkenntnis formiert sich, vorbereitende Arbeiten nehmen mich für Monate gefangen. Das Material: Symbolische Wurstpappen, meine ganz besonderen Sprache. Die Aktion „ Mohammed – Hitler Drohne“ nimmt Gestalt an.

 

 

 

 

 

 

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