Auf der Internetstraße zu allererst. Er hätte sie genommen, gestürmt, betrotzt neben sich her laufen lassen und im selben Moment umgekrempelt. Er hätte sie zu dem werden lassen, wozu wir uns hergeben sollen : Gummistraßen zum Zurechtbiegen und sich anpassen. Dem zeitfressenden Daseinsphantom hätte er den Spiegel vorgehalten. Über seine besondere Nutzung hätte er es zum Kunstprodukt werden lassen. Immer wieder wäre er ausgestiegen, hätte sich geprüft, um seine Nüchternheit sicher zu stellen, weil er gewusst hätte, dass auch er, wie jeder andere, drogenanfällig ist.- Sicher hätte er irgendwann seine Zeit wieder für sich haben wollen und wäre unvermittelt weg gewesen, aber vorher hätte er den Spieß umgedreht.

Das Internet, zu unserer Stilllegung und zur Ablenkung von politischer Mündigkeit gedacht, – er hätte es sich zunutze gemacht, indem er genau diese Zielrichtung aufgedeckt hätte. Mit seinen Mitteln natürlich. Mittel, die gegenwärtig ganz andere wären, als jene, die ihm zu seiner Zeit wichtig gewesen sind. Dabei wäre seine Absicht gewesen, genau das Gegenteil in Gang zu setzen, nämlich hinter die Fassade der Manipulationen blicken zu lassen und dadurch Menschen auf die Spur zu sich selber zu bringen. Er hätte die Funspezialisten und Werbelangweiler machen lassen. Auch ihre Multiplikatoren, ohne sich darum zu kümmern, so sehr wäre er seiner Erneuerungskraft sicher gewesen.

Er hätte mit dem Internet gespielt, wie mit sich selber, ihm Hörner aufgesetzt und Lametta drüber gezogen, gegen manche Tür gepinkelt und wäre mit einem Satz über Mauern hinweg gewesen. Nein, man hätte sich nicht seiner bemächtigen können, er hätte facebook benutzt, um Revolution zu betreiben, menschliche Revolution.

Aber jetzt steht er da, lacht mich an, diebisch schelmisch, tief hintergründig leidend und sagt: Kannst du dir das wirklich vorstellen: Joseph Beuys ohne Fett, Fell und Kupfer ?

Ne, sage ich, dein Kupfer hab ich schon abgekupfert, weil es leitet umd verbindet, du weißt schon. – Siehste,- sagt er und lacht so heftig nach innen, dass ihm nach außen die Gesichtsadern heraustreten.

Ich will nicht. Er soll nicht sein Schlusswort sagen und ich weiß schon, was kommt, also halte ich ihn noch einmal auf, egal, ob ich mir selbst damit die Pointe vermassele.

Vielleicht hast du recht. Du bist für mich nicht ohne toten Hasen und Co zu denken –

Jetzt lacht er wirklich und zwar furchtbar.

-Tote Hasen gibt es auf facebook doch genug,- sagt er. Er will sich gar nicht mehr beruhigen.

Und dann bringt er es doch heraus :

-Nenenejajaja, Du machst das schon.-

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