-Ach, Herr Wortweltreichranicki, bleiben Sie doch bitte auf sich selber sitzen und Ihrer vor Jahrhunderten verpassten Abgeschafftheit. Es lohnt sich nicht, Ihnen ins Gesicht zu spucken, das Dümmliche ist eines Mundzuspitzens nicht wert und so weiter und so weiter. Ich stelze in meinen Gedanken herum.

-Im Grunde weiß ich nicht, wie sehr Sie noch leben oder längst und endgültig virtualisiert sind..Das heißt, tatsächlich verstorben.-

Soviel zur Einleitung. Ich denke und wüte gern in mich hinein. Mehr ist riskant.

 

Und ich sage noch einmal : Wohin mit uns !

 

Nein, kein Fragezeichen hinter den drei Worten. Das Ausrufezeichen reicht.

Für das ganze Buch sogar. Der Titel ist keine Frage, er ist die Antwort. Stell dir mal vor, ein Buch, bestehend aus drei Worten und einem einzigen Ausrufezeichen. Wie erleichternd für die Wiedergabe des Inhalts, wenn es erst mal auf der Bestenliste steht und jeder davon spricht und du ganz begeistert bist, weil du gern liest und an Inhalten interessiert bist, sogar an deinen eigenen, ja, und einen menschenbewegten COOP.WALK draus machst,- wie stimmig.

Für mich heißt das aber doch : Gar nicht erst weiter schreiben und erst recht nicht lesen. Buch weg und fertig. Es gibt ohnehin zu viel Geschreibsel auf der Welt und Geschrei. Kaufmichgeschrei bis in die Zehenspitzen, dazu noch mein eigenes , und keine Lust, mich doppelt und dreifach damit zu befassen, wie üblich.

So ist das .

Die Ranicki und Christo-Reichweiten schließen eine Epoche ab. Selbstgespräche mit dem grandiosen Pathos, mit der Unendlichkeit, der Monstersucht, dem Herrlichkeitswahn, der Geschmäcklerei, dem Kirchenbedürfnis in uns allen noch und noch.- Nichts dagegen, und doch kommen wir so nicht weiter. Ein Blick rundum: Wir stehen und warten, während wir wie wild um uns herum reden und gucken und gucken und reden.

Macht nichts, sage ich. Das ist, wie Klötzchenaufbauen und wieder umschmeißen.

So ist das eben, sag ich mal, wie derzeit in jedem zweiten, dritten Satz angemerkt. Man ist Kind seiner Zeit. Und Omaopa. Zum Glück Oma !

Als ich zwischen neun und zehn Jahren alt war, habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht, damit die Erwartungen an mich endlich aufhörten. Die Teppichklopf- und Kaffeekoch- und Einmaleins-Erwartungen.

Es ist tatsächlich so gekommen und genau so gut, wie ich es mir vorgestellt habe: Ich bin die Oma im Schweinsgalopp. Niemand, der mir Vorschriften macht.

Kaum noch Vorzeigebedürfnisse, kaum noch Schablonen über mich plus Welt in mir und um mich herum. Was will ich mehr ?

munitionskisten 002

 

Demnächst im Verlag „COOP.WALK ! “