Am selben Abend noch die Nachricht: Mein Angebot wird angenommen, ich bekomme einen Gast, der keine Bleibe findet mit aufs Zimmer. Die Vorgeschichte : Dinas Großherzigkeit, kein Geld zu nehmen von Menschen in Not. Diese Geschichte allerdings stellt sich als Einbildung meinerseits heraus, eine Einbildung, von den jungen Arabern wiederum bestätigt. in Wirklichkeit waren die traurigen Gestalten auf dem Flur keine ausgehungerten Rebellen vom Tahrir Square sondern Leute, die auf DVDs warteten.DVDs, die Dina ihnen versprochen hatte, aber nicht finden konnte. Als ich jetzt die jungen Männer am Eingang zum Hostel Geld zählen sehe, fordere ich meinen Anteil. Ungläubiges Staunen. Dabei war ich doch eben noch “ nur eine Frau. “

Durch und durch unglaublich: Gestern noch hatte ich mich mit Mohamed über Feminismus in arabischen Ländern unterhalten…..Wie auch immer,- Ich bekomme meinen Anteil, aber erst, als es bei einigem hin und her nicht anders geht. Und dann sind es auf einmal vier junge Männer. Ja, dafür kann ich mit Bier entschädigt werden. Bier oder so. Weder Bier noch oder so sondern Geld. Geld will ich und meine Ehre. Da kommt Dina auf den Plan. Die knallt mir Worte hin, die ich nicht gegen setze. Entweder, sage ich, meine Regeln oder raus mit den jungen Männern. Tatsache ist: Ich habe das Zimmer als Einzelzimmer gemietet. DieLektion für mich heißt: Bild dir nicht ein, du wärest die Gute und brauchst du auch nicht zu sein…Als Dina immer noch abblocken will, rausche ich mit “ Schlimmer, als ein Mann “ ab in mein Zimmer und werfe sämtliche bereits abgestellten Taschen raus. Da wird Dina sanft und sie akzeptiert meine Regeln für mein Zimmer mit einem weiteren, winzigen Anteil. Und ich sage, „meiner Würde wegen.“ An dieser Stelle von “ den Arabern “ zu sprechen, wäre Unsinn und doch sitzt der Spruch zwischen meinen Augen. Übrigens vier nette junge Männer, zwei aus Madrid, zwei aus den USA und so dezent wie mitteilsam. Ohrenstöpsel gegen mein Schnarchen haben sie auch, also genau das Gegenmittel gegen das, was tatsächlich meine größte Sorge war, andere mit meinen Umständen zu belästigen.

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