Ich bin an diesem Tag, von dem ich erst nachmittags weiß, dass es der letzte ist,  immer noch erkältungstaub, aber auf leichten Füßen.

Trotz minutiöser Tagebucheintragungen kann ich die Daten nicht mehr sauber zuordnen.Hab ich´s nicht vorher gewusst ?  Außerdem fühle ich mich oft hin und her gerissen. Lieber erleben, worüber es zu schreiben lohnt, oder schnell schreiben, damit nichts Erlebtes verloren geht….

Heute werde ich mich einfach laufen lassen und egal wie zurückkommen. Mit dem Frühstück nehme ich teil an den sightseeing people mit ihrem smalltalk Nuschelkicherenglisch und schüttele ihr Musstdugesehenhaben gleichzeitig ab. Ich muss jetzt keinen Wüstenhimmel mit Singeromatik haben, auch keine Küstenfahrten im Rauschewind und hätte sie doch gern. Am liebsten immer alles gleichzeitig, ob verdaulich oder nicht.

Der Fußweg from downtown to uptown oder elsewhere zieht  mich doch automatisch wieder zum Fischladen. Ich nehme einen herrlichen Garnelen- Fischsnack gemeinsam mit sechs bis neun dünnen, kleinen Katzen  ein, dann weiter nach Großraumorientierung.

Palmen, Hecken, ich ahne, dass es in anderen  Gegenden mehr davon gibt, versuche die herrlichen orientalischen Fassaden einzuatmen, statt der unauswe ichlichen Abgasluft und probiere, deren Anblick über den nicht zu bewältigenden Straßenmüll zu legen. Das gelingt mit Bedacht. Keine Absicht mehr, zu performen. Heute schätze ich meine Hutkluft als touristenblöde ein und sage mir, kein Wunder, dass die Verkäufer hingten dran hängen. Andere Gedanken, nachdem ich neue Kreise ziehe über die bekannte Gegend hinaus und mich leicht zurechtfinde: Hier hätte ich gelebt haben können, mit dem alltäglichen Gang am Fischgeschäft vorbei und an den Bankfassaden mit dem Wachpersonal und den kleinen shops und großen Glitzergeschäften bis zu meiner Wohnung mit Freunden während des Studiums zum Beispiel.Inzwischen begrüßen mich einige als alte Bekannte.Welche Farbe hätte ich nach einem Jahr oder zweien in Kairo angenommen und welche meine Umgebung durch mich ? Reine Theorie.

Ich fühle mich schnell müde werden und ziehe mich bald in mein Zimmer zurück. Erst über eine SMS von meinem Mann erfahre ich, schon morgen ist der Abreisetag und ich schlafe schlecht vor Aufregung. Meine üblichen Windmühlenkämpfe verwandeln sich in dieser Nacht in echte Moskito Abwehrversuche. Eins so vergeblich, wie das andere.

Am Morgen bin ich euphorisch. Trotz gegenwärtigre Schwierigkeiten mit dem Handyhochladen von Videos auf facebook sehe ich es: YOUTUBE hat mein COOP.WALK  Soldatenvideo und einige andere COOP.WALKs in politischen Zusammenhang gebracht. Ein Obamavideo gleich daneben.

Ich sehe hier mehr Transport, mehr als Gefälltmirtrallala und werde mich in Zukunft auf YOUTUBE  konzentrieren.

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