Kurz vor Weihnachten ( what about christmas here in Egypt ) werde ich mir ein Loch in die Erde graben, oder mich auf den Stern Nimmerlein schwingen und von da an Weißichnicht spielen, mal sehen, wie lange ich das darf.- ( Mutter, Mutter, wie weit darf ich reisen. Bis hierhin. Mutter , Mutter, wie weit darf ich reisen ? Bis dahin. Mutter, Mutter, wie weit darf ich reisen ? Nicht weiter, als Mutters Mutters Mutter ! )
Vorläufig im Staccato die ons and ons der Zeitäufte :
Ich wälze mich also weiter die Straße abwärts , so mein Gefühl, in Richtung Al Ashra, durch unglaubliche Mengen von Verkehr und Menschen. Massenware wohin du siehst. Männer, die mich fortlaufend anmachen in vulgärster Weise. Sollen sie. Wir haben hier einen Film über Sexual Harassment gesehen. Ein Verhalten, das inzwischen Delikt genannt wird, aber noch lange nicht geahndet wird, weil es weiterhin tägliche Praxis ist. Söllensiedoch schmeißt die Männer völlig aus dem Takt. ich stecke den Finger in meinen Machogürtel, puste über meinen rauchenden Kolt wirbele ihn durch die Luft und bin weiter. Sowas hamsienochnichgesehn . In meinem Alter schon gar nicht. Ich bin zum Zootier geworden. Um es gleich zu sagen: Heute, am 14.12. kommt die Erkenntnis bei mir an. Eine Erkennntnis, die ich vorher schon hatte, unter der Hirnrinde. DER COOP.WALK IN KAIRO BIN ICH SELBER ! Es erhibt sich, dass ich keine Karten an- oder auszulegen muss, keine Objekte vor mir herschieben, No burdens upon my sholder. Nicht krampfhaft. Mein Erscheinungsbild genügt.
Endlich taucht die Kulisse der Moscheen und Minarette vor mir auf, wieder im Halbkreis, so als ob der Mond im arabischen Zeichen Vorbild für Stadtkonstruktion wäre. Wieder freue ich mich, dass ich als Kind komme, – einfach nichts drüber weiß. Alte Bücher ausgelegt auf Brettern, eine Versuchung. Ich bleibe nicht stehen und werde trotzdem angemacht. Käufen kaufen, ich weiß, please give me a Little Peace ! Einer wenigstens, der das kapiert. Ein anderer nicht, der ist älter und aufgepumpt mit Energie. Der kann auch deutsch und ein saugtest Englisch, also Vorsicht. ich entwinde mich, weiß, dass die Moschee geschlossen ist usw. Der Junge folgt mir auf n Hacken. Ob die vielen Menschen hier die Katzen nachmachen oder umgekehrt ? Katzen, wo immer es Futter geben könnte, sogar unter eben abfahrenden Autos. Ich brauche wirklich nichts und habe nichts und bin eigentlich gar nicht da. Aber der junge Mann folgt. Mit seinem irrlichternden ok ok und yes understand staubt er die Reste meiner selbst zu bis ich doch vor seiner Werksatt steh, die ich natürlich liebe und seinen Vater dazu, ganz ohne Affentheater und Blabla. Ein Tee, klar, und Intarsienarbeiten für meine ehemaligen Kinder, jetzt Vorbilder. “ You are The Apple of my eye… Solche Kästchen, fein gearbeitet, und niemand da, sie zu kaufen. Ich kaufe endlich doch. Die Münze Warumwoherwohin , mein Brot, das sich beim Ausgeben , jaja, wunderbarer Weise vermehrt, wandert in Taschen, die es verdienen, ich bin für Sekunden zufrieden. Aber oben lauert Taweik, der Ältere und wirft mir sein scharf geschnittenes Englisch zu, zeigt die Zähne, legt den Kopf schief, knurrt, jault, wird gleich beißen. Ich, die einzige Touristin weit und breit, wandere also mit. Durch einen unterirdischen Weg, unter der Moschee durch, dahin, wo Einheimische kaufen und vor allem: Geköderte Touristen. Jaja, ein wunderbares Gewürzlager, das mir den ganzen Orient zu Füßen legt. Widerstand vergeblich, Und wieder stecke ich in der Sinnenfalle, kaufe Weihrauch, den ich eigentlich nicht ausstehen kann, zu Selbstversuxhszwexken und Mintöl, das TAweik mir sorgsam einmassiert. Auf Stirn und Hnadgelenke. Ich rechne ihm meine Möglichkeiten vor, damit ich sie weiß. Gar nichts kann ich mir leisten. Aber eine Karte habe ich. ja, eine, die neu ist und mir noch nicht geheuer. Kinderängste. Warum, zum Teufel, verkauft hier keine Frau. Nächstliegende Fragen später….-Wir durchstreifen einen so genannten Künstlerladen mit all den glitzernden Nofreteten und schön sorgfältig gezeichneten ägyptischen Scheußlichkeiten für Touristen. Kein Bedarf. Komisch, diesmal bin ich überzeugend. Dann echte Kamellederschuhe, auch denen entkomme ich, aber nicht dem Gang über die Moschee im plötzlichen Sonnenuntergang, von Fragen begleitet. JA! WENN IM WINTER! ZUR HAUPTSAISON NICHTS VERDIENT WIRD, IST DAS LEIDEN IN SOMMER UNENDLICH.
Eintritt in die Moschee ohne Schuhe, sogar für mich… Staunen, nicht von er Stange und wieder durch die Händlergasse. Taweik wird von allen Seiten angefasst, begrüßt, ja ehrerbietig gewürdigt. Was ist mit diesem Mann ? Endlich sein eigener Laden. Er lässt locker, damit ich ins Geschirr gehen kann. Ich suche aus, für Jim und die Familie Spurenhaftes, dann das Händeln. Glaub mir Taweik, ich will erst entkommen, wenn du mich loslässt ! Gut,ich zahle mit Karte. Männer folgen zur Kartenmaschine, immer mehr Männer. Taiwak hat die einzige, die einzige Touriston weit und breit. Ich fühle nach, mein Skalp ist noch dran, aber die Visakarte neu und die Nummer nicht in meinem Kopf, aber notiert. Heimliches Nachsehen, noch heimlicheres Eintippen, Augen von überall her. Aber nichts passiert, außer Männerhänden, die helfen wollen, links rechts Männerhände. Die kann ich abwehren, aber zu spät, es war ein Zahlendreher drin, die Maschine nimmt das di mal falsch als Einbruchssignal und verweigert. Aber Taweik gibt nicht auf, nimmt mich mit zu einem mit Kostbarschmuckladen plus Maschine zum Durchziehen. -nix machen, nur durchziehen, sagt Taweik. Aber nichts passiert. Taweik beißt wieder und faucht, sein Englisch fegt mich zusammen, nein, er gibt nicht auf. Meine 20 Euro nimmt er als Pfand für das Restgeld, das ich morgen über Telefon von keiner Bank abrufe. Bis morgen kann die Karte wieder frei sein…..Heute, der 14. 12. zwei Tage später. Draußen ein Tumult, morgen das Referendum. ich muss raus !

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