Luther 2017, Kirchenmann steht für Geldgott, Frau kriecht fürs Ehrenamt


Kirchenparcours 500 Jahre Luther ! ( 31.10. 2017 )

In Italien ein schönes neues Gewand aus unterschiedlichen Pappengrößen zusammen gesetzt und jetzt groß ausgemalt und mit Schrift beschwärzt und vergoldet.

„ Kirchenmann steht für Geldgott, Frau kriecht fürs Ehrenamt „

Das muss ins Bild gerückt werden.
Der Hauptentwurf passt sogar ins Auto. Als wir packen, um nach Deutschland zurückzufahren, lässt sich alles in einer Pappbox verstauen. Zufall mit Bedeutung: Ich werde doch nach Wittenberg fahren, lasse sogar den alten Transporter extra deswegen nochmal von den Toten auferstehen, auftragsweise. Das ist nicht billig. Billig sollte ich für die Kirche aber sein, damals, 2014, als man meinen COOP.WALK wohl einsetzen wollte, aber umsonst !
Die Kirche ist ja so arm. So arm wie der Staat mit seiner täglich neuen Gelddrucktätigkeit.
Kirche und Staat in einem Boot und ich dachte immer, eine wahre Demokratie darf das nicht, Kirche muss vom Staat getrennt sein, damit man nicht gemeinsam komplottieren kann. Sogar das: Ohne diese Vorausstzung keine Demokratie. Aber wo kein Ankläger ist, kann unsere jeweilige Regierungscrew machen, was sie will !
Aber wer von den Klerikalen oder deren Opfer wird denn aufmucken, wie Martin Luther es tat ? Wer wird denn sein eigenes täglich Brot in Frage stellen ?

Zur Erinnerung: Am 01. 12. 2014 habe ich Frau Dr. Christiane Schulz getroffen. „ So habe ich früher selbst geheißen, genau so, sage ich. „ Aber ich habe den Namen nur angeheiratet, sagt sie. Ja, für uns Frauen gibt es immer noch keine beständigen Namen. Nicht von Natur aus.

Frau Dr. Schulz war für die künstlerische Abteilung Luther 2017 zuständig. Das Treffen hatte ich mir erzwungen, weil ich die Bürokaten für ihr ständiges Telefongespräche-Weiterleiten von Station zu Station angeklagt und alle Weiterleiter namentlich genannt hatte. Und das auch noch via facebook. Auch die damals noch recht frische Bischöfin
Ilse Junkermann war dabei. Um mich loszuwerden dann dieses Treffen.
Hatte Frau Dr. Schulz gehofft, mich mit einem Butterbrot für die Entwürfe abzufinden ?
Gesprächsweise hat sie sich gewunden, die Arme, es war ihr deutlich unangenehm, immer wieder zu hören, dass die Pastorengilde sich bezahlen lässt dafür, dass da nicht aufgemuckt wird.
Das Nichtnachdenken über eine zeitgemäßere, ja über eine riskant bekenntnishafte neue in der alten Botschaft inbegriffen.

Dabei hatte ich damals noch nichts darüber gesagt, wie werbekräftig eine heutige Botschft sein könnte, wenn sie die Märchenhaftigkeit ihrer Inhalte selbst ins Feld führen würde. Auf das voodoohaft Heidnische des Abendmahls z.B. verzichten und die reine Symbolik sämtlicher Inhalte anerkennen. Aber was hätten unsere kirchlichen Machthaber dann noch gegen einen radikalen „ eins-zu- eins- Islam“ ins Feld zu führen ?
Wir Menschen wollen unterdrückt werden ! Den Rest kann man sich denken. Voraussetzung für die gegenwärtigen Klerikalen ist aber, dass sie eben nicht denken und nicht denken lassen und dieses Phlegma von hier nach da an ihre Anhänger weitergeben.
„ Irgendwo muss es doch noch sowas wie Geborgenheit geben und nehmen können. – „
Und die filigran gehaltene „ Botschafterin Kässmann „ , das Trotzköpfchen, das immer das Sprüchlein: Aber mir tut der Glaube gut und: Man kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand“ parat hat und dann mit ihrer Arme Sünder- Stellvertreter Funktion als beschwipste Geschwindigkeitsübertreterin zugkräftige Werbefigur, aber immer hübsch unanwesend für normale Sterbliche wie Jesus Christus selber, – der Papst, oder Frau Merkel, – wo ist der Unterschied und was will die Kirche mehr, als sich gelegentlich zu Flüchtlingsfragen zu melden, aber vorsichtig, damit keine wirklichen Taten daraus entstehen können.
Ein bombastischer Scheißhaufen alles in allem, wie die Jungen ihn zum Konfi- Tag auf den Esspappteller gesetzt hatten: Schön vergoldet….

Sollte ich damals schon sagen, wie in Wernigerode, dass die grosse Offenheit, die Merkel- Barmherzigkeit als Demo gut ist, aber als Umsetzung in konsequentes Tun noch lange nicht und dass wir alle lieber unbehelligt, abgeschottet und heimatverbunden weiterleben wollen. Und dann kam Seehofer und die AFD !
Dasselbe mit dem Klima. Wir wollen ja, wir sind alle bekennende Umweltler, – aberaberaber ! Was machen wir nur mit unserer Industrie, die die Wiederwahlen von Merkel und Co ermöglicht ?

Alles in allem brauchen wir Reformation ! Nein, Revolution im eigenen Inneren brauchen wir zuerst. Das heißt : Runter vom Sofa, weg vom Handy, rein in die Amtsstuben, wo wir den gesamten Unzuständigen die Hörer aus den Händen reißen, wo wir die Arbeitsämter als legalisierte Abblocker entlarven, ihnen ihre Hocker unterm Hintern wegziehen ! Was ich hier aufschreibe, weiß ja jeder. Jeder kennt sämtliche Missstände. Aber wozu das Wissen, wenn keine Taten folgen, wenn wir als abgerichtete Lebensgenießer oder Büßer, je nahdem vor Fernseher und Konsumtempeln hocken bleiben….

Im Bezug auf Kirche und Staat wollte ich persönlich aufgeben. Hatte ich unsere Kanzlerin nicht im Grunde erfolgreich angezeigt ? Angezeigt, weil sie „ ohne meine persönliche Erlaubnis „ das heisst ohne unser aller Zustimmung Waffen nach Saudi Arabien und sonstwohin liefern lässt und damit Flüchtlinge erzeugt, die wir nachher nicht aufnehmen wollen ?
War ich nicht den Staatsanwälten begegnet, die sowas Dreistes noch nicht erlebt hatten, aber meine Aktion richtig fanden, einige hätten sogar selbst gern mitgemacht, aber auch sie sind ja Staatsdiener. Was heisst da noch demokratische Gewaltenteilung ?
Immerhin hatte ich die Briefe der Staatsanwaltschaft auf facebook veröffentlich und war daraufhin von dort entfernt worden. Einfach rausgeschmissen. Und in Heidenau hatte ich Werbung dafür gemacht, laut und deutliche Werbung, die jeweiligen Staatsdiener anzuzeigen, die ihre Gottgleichheit obenan stellen und gegen Menschenrecht verstoßen.

Und hatte ich nicht dieselben Umstände bei den Museumsmachern gesehen ? Diese Menschen, die für ihr Ornat und ihr Kunst- ins-rechte-Licht-Rücken selbst am meisten als Künstler angebetet werden wollen ?
Mit unserem Geld fürstlich ausgerüstet selbstverständlich. Aber öffentlich leere Kassen zugeben, Besucherrückgänge melden, ohne etwas dagegen erfinden zu wollen, das sind die Museen-Erhalter und Bestücker ! Bare Münze sind für sie diejenigen, die ihnen huldigen. „ Des Kaisers neue Kleider „ Aufführungen en masse abhalten und ihre Großartigkeit aufführen, damit die mitmachen, die zahlen, also wir ! Auch ihr päpstliches Dasein ist von vorgestern, weil die eigentliche Kunst nicht in opulentest überbauten Hochburgen verwesen sollte, sondern auf der Straße passierten muss und passiert ! Aber an diese Kunst kommen die Mueseumsmacher erst heran, wenn sie schon vorbei ist. Diese armen armen Leute ! Darum müssen sie sich noch kostbarer hochstapeln !
Des Kaisers neue Kleider wohin man sieht !

Hauptsache, die Inszenierung stimmt !

Mein pastörliches Elternhaus der fünfziger, sechziger Jahre : Damals hatte ich meinem Vater gesagt, dass ich eigentlich Gudrun Ensslin bin, die all das nicht mehr ertragen kann. Aber morden wollte ich deswegen nicht, oder besser, ich wurde nicht hineingetrieben Schritt für Schritt, weil ich Musik studiert hatte, den Vorgaben meiner Mutter entsprechend.
Die Musik und meine „ Erfolge „ haben mir anfänglich Stimme gegeben, aber es war nicht meine eigene Stimme. Erst jetzt, wo ich als Konzeptkünstlerin auf der Straße Menschen treffe, deren Antworten ich mitnehme, erst jetzt habe ich Stimme. Ihre Stimme nämlich !

Und heute, genau am 07. 011. 2017 passiert es: Das oberste Gericht verfügt, dass das Parlament Auskunft geben muss über konkrete Beschlüsse und Zusammenhänge, was ein Hoffnungsschimmer gegen das ewige Nichteinhalten von Wahlversprechen bedeuten könnte.- Das könnte ein Anfang sein, wenn einige Menschen auf diese Verfügung pochten ! Aber noch habe ich wenig Hoffnung, weil eine solche Haltung Übung braucht….

Mein Erfolg in diesem Revier ?
Immerhin hatte ich wegen zweier Kanzlerinnen Anzeigen die Briefe der Staatsanwaltschaft auf facebook veröffentlich und war daraufhin von dort entfernt worden. Einfach rausgeschmissen. Und in Heidenau hatte ich Werbung dafür gemacht, laut und deutlich geschrien hatte ich,- Werbung dafür, die jeweiligen Staatsdiener anzuzeigen, sobald sich etwas Konkretes Undemokratisches herausgenommen wird. Rausschmiss ist noch das Geringste, denke ich jetzt. Lass die Zeiten mal entbehrungsreicher werden, lass mal das Kaufkarussel ( ich kaufe, also bin ich ) noch mehr ins Stocken geraten. Über Kinderarmut kann man offenbar leicht hinweg sehen, aber über die Armut derer, die bisher zur Führungsriege gehört haben, über die vielleicht nicht.

Dies der Vorspann. Der Hauptbericht über den städtischen Rummel und Gottesdienst als Rummel zum Reformationsfest nützen millionen Worte nichts..
Oder doch so: Es war ein Nichts mit viel blödem und nettem, bewusstlos machendem Blödsinn drum herum.
Kurze Aufzählung reicht !
1) Wir kommen am Vortag an, suchen Platz zum Übernachten und Organisieren des Auftritts mit Goldschleppe. Überall Polizei, die sich offensichtlich langweilt, aber eben Präsenz vorführen muss , ausserdem, – es könnte ja zu einem Anschlag kommen. –
2) Wittenberg füllt sich erst mäßig, dann übermäßig. Aller Herren Länder scheinen vertreten.
3) Kein Platz für den Buli, unsere Unterkunft ? Mein Mann ist genervt, hat Schmerzen, fürchtet einen Eklat mit Folgen. Hausfriedensbruchanzeige kann ich nicht brauchen.
4) Abr wir finden was, beliben einfach stehen, wo wir stehen, fertig und das geht !
5) Am nächsten Tag vor der Kirche,- alles proppevoll schon vorm ersten Läuten. Am seitlichen Eigang kein Reinkommen mehr. Ich erzähle, dass ich extra aus Texas gekommen bin und meine Verwandte predigen hören möchte, vergeblich. Da schleichen wir uns. Ich bereite mein Gewand vor, dann zeigen wir uns eben draußen. Und siehe da, es ergeben sich gute Gespräche mit Menschen, die hnliches denken und verpassen fast den Auftritt der Matadoren.
6) Die predigenden Eminzenzen nehmen den Haupteingang direkt vor unserer Nase und da passiert genau das, was mir nachher auch zustößt. Die beiden Pfarrer gehen hoheitsvoll, ganz gefangen in den Regeln ihrer eigenen Inszenierung, sodass sie die paar folgenden Menschen nicht abwehren können. Ein Traum wird für die beiden Eminzenzen wahr : Endlich haben sie Kirchgänger „ en masse „
7) Orgelmusik. Ich ströme hinterher, mir im Gefolge mein Mann mit Handy. Er filmt. und ich begreife es nicht: Niemand wehrt mich ab,wahrscheinlich wegen der goldreichen, glamourösen Verkleidung. Ich krieche sogar, im Bild meiner Verkleidung und werde jetzt von Kirchgängern entdeckt und gefilmt. Meine Eitelkeit, meine Betäubung in der Inszenierung ? Ich trete hinter den beiden Pfarrern vor den Altar wo sie beten oder auch nicht, jedenfalls wo sie stehen und jetzt könnte ich reden.
8) Es würde ja genügen, wenn ich sagte:
„ Es ist höchste Zeit für eine neue Reformation, die eine innere Revolution voraussetzt: Dass wir hinterm Ofen unserer Bequemlichkeit hervorkommen und begreifen, wir dürfen uns diese Stadfestmissbräuche, die unser Engagement für unsere Rechte außer Kraft setzen sollen, nicht mehr gefallen lassen. Luther würde längst sagen: „ Steht auf dagegen, steht endlich auf. „

20171028_16523820171031_100635Aber ich schaffe es nicht. Was ich schaffe ist nur dies: Ich krieche in der Funktion als Ehrenamtsfrau wieder die Stufen runter durch den Mittelgang auf den Ausgang zu. Und dann sagt der Kirchenmann, dessen Namen ich zum Glück nicht ermittelt habe, dann sagt der hinter mir her:

„ Und nun lasst uns gemeinsam das Reformationsfest feiern, jeder auf seine Weise , der eine so, der andere so. „

Und hat mich damit zu einem Halloweeny gestempelt. Gut für den folgenden Gottesdienst.

Mein Mann lobt mich nachher ausdrücklich dafür, dass ich keinen Skandal verursacht habe, was ich so leicht hätte tun können. Und er mit seiner Hausfriedensbruchsfurcht hätte das Nachsehen gehabt. Oder so.

Klar, ich habe wieder mal die Chance vertan und zwar immer noch nach der Verurteilung meines Vaters:„ Was du vorne aufbaust, reißt du hinten wieder ein. „
Wieder und wieder sage ich die paar umwerfenden Worte, die die Menschen nachher auf der Straße von mir erfragen: Was habe ich damit sagen wollen ?

Und ich übe mich in Nachsicht mit mir: Man erdolcht niemanden im Schlaf,- und meine damit die Pastoren vorm Altar, weiß aber gar nicht, dass ich wirklich so feinsinnig bin !

Hätte- ich- nur-im-Sinn-der-anderen-Menschen sage ich immer wieder von vorne.
Diese Gelegenheit wird kommen und zwar schon bald, das weiß ich !
Bald bin ich mit dem COOP.WALK in der Türkei und wenn ich an Barcelon und Moskau denke, ahne ich, was passieren kann.

Ob mich die Kirchenleute, die ich bis jetzt verschont habe, da raus holen werden, falls was passiert, weiß ich nicht. Ich weiß es wirklich nicht !

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Konfi- tag


Konfi- Tag !

Das klingt flippig oder wie ? Jedenfalls nicht verbissen. Der Herr Pastor, dessen Sohn mein Mann lange unterrichtet hat, wendet sich an mich. Ich darf mitgestalten, Da gibt es seit Längerem ein Projekt: Einmal jährlich werden die Konfirmanden aufgefordert oder besser eingeladen, oder besser eingeladen, sich auffordern zu lassen, einen Thementag mit allen möglichen Mitteln zu gestalten.
Diesmal ist eine Menge Musikalisches und Kochen und Weltreise und Besuch zuhause und Impro-Theater und Video und eine Stadtbefragung zum Flüchtlingsthema über seinen Sohn und was ich anzubieten hätte.
Sein Sohn als Redakteur Volontär hatte uns ja bei meiner „ Erstöffnung „ des „Nachtischtagebuch „ Gemaltes und Gesameltes auf Papptellern über zehn Jahre interviewt. Dass der nur wenig verstanden hat, läge an meiner Art, zusammen zu fassen, sagt mein Mann.
Ja meinst du denn,- sage ich, – die Menschen wollen noch zuhören? Selber gehört werden wollen sie und das wars schon.-
Gilt auch für dich. –
Ja, gilt auch für mich. –
Ich kriege zum Beispiel nur sehr am Rande mit, wann sich denn getroffen wird. Hauptsächlich würde ich gern meinen Stoff zur Diskussion stellen und herausfinden, was denn passt. Dazu treffe ich den leitenden Pastor. Zuerst hatte ich gedacht, das kann ich nicht machen angesichts meines Vorhabens zu 500 Jahre Luthers Thesen,- dann aber war ich ja auf Gemeinsamkeit aus und dass eine Vorbereitung zur „ Raumstation Zukunft „ Platz haben könnte; dieser Iee, dass eine Serie von Städten Schülern eine symbolische Platzeroberung über mein zusammengesetztes Kartenspiel zur Verfügung stellt. –
Dazu hatte der Herr Pastor kaum den Kopf frei. Ich schon eher für seine Idee vom Zusammenspiel der Kräfte und so wollte ich auch zum Treffen kommen, habe mich also bemüht, den Termin richtig einzusortieren. –
Einen Gang um die Kirche machen, diesen so genannten COOP.WALK, das wäre schon recht, auch einen roten Faden durchs Kircheninnere laufen zu lassen und das über Goldkärtchen mit der roten Aufschrift: „ follow me „ was so ganz nach Christuns klingt nicht wahr ud doch an Google und Co andockt, wei es sein muss, um die Jungen zu erreichen……Aber dass ich meinen COOP. WALK mit „ Hoffnung -für- alle, für – alle -Hoffnung und dann „ alle- Hoffnung- für und dann aus dem Ärmel den Namen Präsident Trump oder Jong Kim Un oder Präsident Erdogan ziehen lassen wollte, das konnte/wollte er auf keinen Fall durchdenken. Zuviel im Kopf. Auch zuviel, um die eine oder ander Mail mal von vorne bis hinten ganz zu lesen.
Keine Sorge, sage ich, als ich das merke, so geht’s jedem von uns und Ihnen eben auch. –
Wäre es da nicht einfacher, gar nichts in egal welcher Richtung zu machen ? Das sage ich natürlich nicht laut, obwohl jeder genau daran denkt. Laut spreche ich über grüne Farben, die wir vielleicht als Reste von einem Malergeschäft bekommen können. Und laut freue ich mich auch über das Angebot, dass es an die Hundert Euro Kostenbeitrag oder Honorar für den „ Konfi – Tag geben soll.
Was soll ich weiter erzählen ? Eigentlich ermüdet es mich. Der rote Faden aus China sollte über Amazon zu spät kommen, also gibt es nur die grün bemalten Pappteller. Die bestelle ich, kriege sie zum Teil sogar gesponsert .
Wir dürfen die Kirche betreten: „ Sie ist jetzt öfter mal unabgeschlossen, sagt der Pastor. Ich bemerke, das stimmt, sobald drin geübt wird, sonst aber nicht und das war immer so. –

Zum Bespechungstag bin ich noch pünktlich, sagt der Pastor, aber ich war vor ihm da, beim Wagen, den ich ausräumen muss. Mir war eingefallen, dass ich die Wolle zur Vertrickung der Menschen miteinander mitbringen könnte, am Sonntag, gewissermaßen zur Überraschung, entdecke dann aber, Überraschungen sind unerwünscht, weil genau an diesem Sonntag neue Kirchenmusiker eingeführt werden „Und es ist alles engmaschig vorbereitet, was das zeitliche Raster angeht, – aber Sie dürfen natürlich… „
Gar nichts darf ich , nur mich ins Vorgefertigte einzupassen, das wäre in Ordnung. –
Am entsprechenden Sonntag bin ich früh da, aber kein Konfi weit und breit, irgendwann aber mal ein anderer Mitgestalter, der Gruppentrommler und die Köchin südameriknisch oder was. Dann irgendwann auch eine Kirchenfrau, sie muss Kirchenfrau sein, weil sie so überkindlich frömmisch daher himmelt, wie ich es von ganz früher her kenne.
Die Kirchens waren immer himmelhoch verzückt oder mindestens glücklich oder eben hoch herrisch, wenn gar nichts mehr ging.
Diese Frau stellt sich endlich als Pastorin vor und dass sie sich unser Tun schon genau vorstellen kann. Fertig. Nein, sie ist nicht fertig sondern lässt Zipfelchen aus ihrem verwegenen freien Christentum heausblitzen: Joker !
Endlich snd auch die jungen Leute da oder Kinder, so könnte man sie noch nennen.
Da erzähle ich erstmal von mir und dass ich in meinem Leben nur wenig nach Regeln gelebt habe, auch in der Schule nicht, was meistens gut war, aber ich habe auch gekämpft und das war wohl noch besser, ich weiss aber immer noch nicht Bescheid. –
Dann versuche ich den neuen Kunstbegriff einzuführen, einen, von dem sie vielleicht schon gehört haben: Konzeptkunst, das ist wie eine Spielregel, dass man nicht auf den Strich treten darf oder eben unbedingt muss oder irgendeine andere Regel beachten.
Zum Beispiel gar nicht hinsehen bem Malen. Wie gewöhnlich lockert diese Übung auf. Wie gewöhnlich finden sich Mädchen und Jungen zusammen oder vereinzeln sich, so wie sonst auch. Sie tauen auf, finden Formen und Farben, eine setzt endlich Strukturströme
aus Farbe auf die Pappen, nimmt ein Spray in Gold-Silber und lässt den Farbstrom damit erstarren. Eine Idee. Die Jungen sofort hinterher. Da wird ein weit dickerer Haufen Farbe hingesetzt und vergoldet. Super, sage ich, Scheisshaufen aus Farbe, vergoldet, damit kannst du als erster auftreten.
Während ich mich um einen Aussenseiter kümmere und die Pastorin rund geht mit entzückten Rufen über die schönen Bildchen, weiss ich nicht, wo anfangen. Fertige Pappen müssen noch trocknen. Die Betreuer versammeln sich schon, die Organisatoren mahnen zur Eile, weil bald die Abhol-Eltern da sind.
Wir also in die Kirche damit und hinten in den Eingangsbereich, wie empfohlen, von wo aus wir abgerufen werden, wenn es soweit ist.
Zuerst eine flotte Musik mit Gruppe und Pastorensohn, dann was und danach was und eine Diashow mit Erläuterungen zum Flüchtlingsdasein und wie man sich dazu stellen soll und die Reportage vom Pastorensohn und das Impro- theater und einiges, was ich nicht mitkriege, weil ich noch Pappen holen muss. Pappen, die endlich trocken sind.
Als wir dran sind, tragen wir sie nach vorne, wo wir um den Altar herum unsere sehr kleine „Raumstation Zukunft „ aufbauen wollen, dieses Konzept zum Dasein: Wir sind da, fordern Platz und nehmen den uns, fertig.
Da sagt der Verwalter Nummer eins, dass das hier jetzt nicht geht, sondern dass die Bildchen am besten unten, entlang der Bankreihen gelegt werden sollten, wo man die Produkte auch am besten bewundern kann.
Und jetzt kommts :
Ich sage nichts.
Denke nur, wie weit die wohl noch gehen werden mt ihrem Nichtverstehenwollen. Und fühle mich in alte Kinderzeiten versetzt, wo wir verwaltet wurden wie die Häschen im Käfig. –
Und ich sage immer noch nichts, denke nur im Kreis herum und dass ich hier raus will, genau wie die Kinder. –

Das dauert. Dann das Auräumen und wie der Herr Pastor sich hilfreich in meiner Nähe herumreibt. Nett ist er ja und serviert mir auch, wie nett er ist und dass der Beschluss dahin geht, mir aber doch ein Honora zukommen zu lassen .
Und , immer noch im Strudel der geschluckten Zumutungen sage ich:
„ Das muss aber nicht sein. „
Zuhause komme ich drauf, dass das natürlich sein muss und wenn es auch nur eine symbolische Zahlung oder sagen wir Abfindung ist.
Genau das schreibe ich sofort an den Herrn Pastor und bekomme bald darauf mein „ Honorar „ von hundert Euro.
Und später eine Mail, ich könnte zum Stamm der Gestalter gehören, die von der Kirche „bedacht „ werden. Das war der Vorspann zu 500 Jahre Luther. –

Documenta 14, ein Zeitzeichen


Documenta 14 , 11.06. 2017, ein Zeitzeichen

Neun Mädchen im Haus, Sie haben meine Achtung erworben. Neun junge Frauen aus unterschiedlichen Richtungen und Wohngebieten. Sie haben sich ihre Freundschaften erhalten, obwohl sie sich selbst als sehr unterschiedlich bezeichnen. Sie treffen sich also noch bei uns in der „ Raumstation Dat Huisken „ obwohl schon viele von ihnen an unterschiedlichen Orten leben.
Das ist etwas anderes, als facebooks oder whatsapps „Freundelei „ das ist mit Mühe verbunden und genau deshalb gibt es Chancen zur Veränderung.
Im Vorfeld zweifelt die Organisatorin, ob sie es hinkriegen wird. Sie hat unser Haus über ein Portal kennengelernt und hofft auf Anregung, auf maximale Freiheit vielleicht auch.
Ich sage, du schaffst das, gib nicht auf und sie gibt nicht auf. Trotz einer Magenschäche möchte ich etwas anstoßen, was die Kraft der Frauen unterstützt, weitergeben, was ich über eigene Mühe und Hilfen von außen erworben und weiterentwickelt habe, obwohl ich mit dem Thema „ Geld „ immer noch nicht richtig im Reinen bin. Immer die Fage im Hintergrund: Ob eine Frau jemals ganz mit dem Thema Geld selbstbewusst umgehen können wird ?

Manuela möchte das Portal auslassen, ich zweifele, aber sie besteht darauf. Die Kosten multiplzieren sich zu sehr, sagt sie, also gebe ich nach.
Es wurde ein mehr als gutes Zusammenspiel mit der Gruppe, der eingebaute workshop „ Über Geld,“ mittendrin, – trotz meiner Behinderung. Das heißt, ich verlasse die Mädchen nur ungern ohne eine stimmige Verabschiedung.
Und tue es trotzdem. Hatte ich mir nicht versprochen, das ganze Jahr über möglichst oft zu performen ? Davon ist nicht allzu viel übrig geblieben. Die erste Tour in Hamburg, die zweite, eine abgebrochene Erkundungsreise über Wernigerode für eine Herbstaktion, mehr war nicht.

Ich hätte es wissen müssen. Schon früh morgens ist es heiß und mittags fühle ich mich bereits im Stau. Charly ebenso. Er will raus, will nicht raus, will raus, weiß nicht, wo er im Bus liegen soll. Das Ziel: Die Documenta 14 in Kassel. Zum Glück ist die Autobahn überwiegend frei. Die Stadt Kassel auch überwiegend. Frei von großem Besucherandrang in erster Linie. I
Es ist der zweite Öffnungstag für das große Publikum. Vielleicht kommt das noch. Wir finden auch leicht einen Parkplatz direkt neben dem griechischen Tempel der „ Verbotenen Bücher. „ Gegen 15.00 starten wir in der Allee neben der Einkaufsmeile, Etwa vier Stunden später werden wir diese Zeile, für die man in normalem Schritt kaum mehr als fünf Minuten braucht, geschafft haben.

Gleich zu Beginn ein alter, gebeugter Herr mit Stützstock.
„ Was soll das denn: „ Wählen geht nicht, geht nicht wählen, nicht wählen geht , was soll das ? Das ist doch Blödsinn. „
„ Eine Provokation . „
Immerhin begreift er den Ablauf des COOP.WALK und wahrscheinlich auch, was das soll .
„ Hier ist wohl alles Provokation. „
Ich sage ihm, dass mir seine Reaktion gefällt und das er überhaupt noch reagieren kann, sage, dass es ohne Provokation nicht geht, das Bemerkbar – machen, vielleicht sogar das Denken überhaupt. –
Ich erkundige mich, er ist Beamter gewesen und hat auf Ordnung gehalten. So jedenfalls verstehe ich es.
„ Umso mehr wundere ich mich, dass Sie die Aktion begreifen.“
„ Aber ich will es nicht. Wer nicht wählt, hat ja keinen Einfluss. „
„ Wenn alle diese Parteien, die sich kaum mehr unterscheiden, nicht wählen, wird etwas passieren. Vielleicht kann ein Land, das sich immer noch als „ ganz oben“ empfindet, vielleicht noch früh genug erkennen, wo es wirklich steht und wann man uns geholfen hat, nahc dem großen Krieg nämlich, wo uns Schulden erlassen wurden, die wir jetzt nicht erlassen wollen. Wir schsuen nach Greichenland, aber sehen wir richtig ? „
Jetzt kann er nicht mehr, jetzt macht sein Rücken nicht mehr mit, jetzt will ich auch weiter.
Inzwischen gehen Leute vorbei, lesen, sehen mich seltsame Gestalt mit Gesellenhut, möchten nebenbei itnehmen und begreifen, was natürlich nicht geht.
Ich habe keinerlei Lust, den Event-Schnellkonsumenten irgendetwas näher zu bringen. Charly liegt dazwischen, in den Schattenräumen. Dann zwei Freundinnen auf Farrädern. Sie wohnen in der Umgebung und machen sich immer auf ähnliche Weise schlau, lebendig, bewusst. Mit denen spreche ich und lasse mich besprechen. Nebenbei abenteuern sie ja auch, sind etwa in meinem Alter, fühlen sich bestätigt. Auch im Alter kann man noch was unternehmen. Ob ich meine Aktion ganz anders meine, ist ihnen völlig egal.
Aber es ist stickig geworden. Mir perlt der Schweiß. Charly hechelt, kriegt immer wieder Wasser, legt sich ab. Besonders gern bei Damen, die seine Charme entdeckt haben. An einem Gasthaustisch eine Gesichtslose mittleren Alters und eine magere Blonde, seltsam krank insgesamt. Ihr gegenüber ein junger Mann, offenbar ihr Sohn. Ich bohre nach seinen Wünschen, merke, der gehört schon zur männlich schweigenden Kohorte, gebe auf.
Jetzt bin ich da, erkenne Zusammenhänge, sehe Konstellationen, muss mich hüten.
Also will ich weiter, werde aber von einem etwa acht- bis neunjährigen Mädchen aufgehalten. Sie will wissen. Da bin ich gleich drin, flüstere von Märchen und drei Wünschen, von den drei Prinzen und wieder Wünschen, die zu Hilfen werden. Was sie sich denn Besonderes wünschen würde, frage ich sie. Sie denkt sorgfältig nach, lässt sich Zeit. Währenddessen kann ich sie nicht erreichen, will es auch nicht. Schließlich weiß sie es. „ Keine Schuje mehr, „ sagt sie und sieht sehr bewusst aus.
„ Keine Kriege in der Welt. „ Während sie denkt, bin ich draußen, bestaune ihre Konzentration. „ Genug zu essen und Versorgung für alle Menschen . „
Jetzt ist sie fertig und zufrieden, man sieht es ihr an.
„ Das hast du sehr bedacht und klug überlegt, ich hätte es nicht besser sagen können. „
Sie schaut mich bewusst an, kockettiert keine Spur. Ich staune, dass Menschen sich immer noch vertiefen und ernst nehmen können. Das Bild des Mädchens nehme ich mit. Dass zwischendurch ihr Vater da war, der Texte macht und Bilder dazu und von mir erwartet hätte, ihn zu fragen, ob er mich nicht spontan begleiten könnte, das streiche ich sofort, will keine Oberflächenbebilderer.
Weiter dahinter eine Gruppe abgelagerter junger Damen, offenbar Studentinnen. Denen erkläre ich, will wissen, erkläre wieder und finde mich darin langweilig, also frage ich intensiver, komme aber aus der Langeweile nicht heraus. Offenbar sind die Damen bereits abgefüllt, da kommt nichts mehr zustande außer höflicher Resonanz. Vielleicht sind sie dauerabgefüllt, das zu entdecken reizt mich nicht.
Ich klappere an den Tischen mit Bierrinkern vorbei, merke kaum, das ich selbst gern eins hätte, weiß aber wohl, ich käme dann nicht mehr auf die Beine.
Vor mir also die Tische, dahinter der „ Verbotene Bücher- Tempel und hinter mir die Imbiss- und Getränkewagen, am Ende zwei seltsame Konstellationen: Eine provisorische Hütte für die Polizei und ein VW – Stand, an dem den ganzen Tag niemand steht außer den drei Darstellern , wirklich niemand die ganze Zeit über. Also gehe ich hin und frage, warum die sich nicht vorstellen konnten, dass sie hier nicht gefragt sind angesichts der vergangenen VW Skandale und soll mitnehmen, dass andere noch viel schlimmer sind.
Damit gebe ich mich nicht ab, erfahre aber immerhin, wo und wie man neues Wasser für den Hund und mich bekommen kann, sage also danke.
Die Polizei ist auch völlig arbeitslos und lässt sich ab und zu bei den VWlern sehen, als Kumpel im Warten vielleicht.
Da bin ich weiter, werde wieder von einem Mädchen aufgehalten. Einem wieder etwa neunjährigen Kind mit rötlich gefärbten und durch kleine Flechtereien gelockten Haaren, in T-shirt und einer schwarzen, wild durchlöcherten Strumpfjose. Irgendwie aufreizend. Sie geht um Charly herum, immer wieder auf ihn zu, sodass er sich allmählich zurükzuziehn versucht. Ich spreche sie an, frage nach ihrem Namen. Sie heißt Jolyne. Wieder bitte ich sie, sich drei Wünsche zu überlegen. Das dauert. Wahrscheinlcih, weil sie nur Charly sieht. Endlich kommt doch ein Wunsch, etwas über Frieden oder Versorgung für alle, aber ohne Dabeisein vorgetragen, sodass ich es kaum mehr weiß. Zwei weitere Wünsche schlag ich ihr vor und versuche, sie zum Anwesendsein zu gewinnen. Als sie endlich soweit ist, guckt das grämliche Gesicht einer älteren, schlanken Frau um die Ecke, offenbar ihre Oma. Wo sie denn bleibt, will sie wisen. „ Aber, sage ich, warum soll sie denn Eile haben, warum sollen denn alle Menschen immer Eile haben. Jolyne ist gerade hier und da passiert was. „
Die Frau erklärt, dass aber die Familie da sitzt und wartet. „ Die kann auch einmal ganz alleine da sitzen und muss überhaupt nicht warten. „
„ Haben Sie eine Ahnung. „
So geht es eine Weile hin und her, bis ich erfahre, dass Jolyne sich nicht konzentrieren kann und renitent ist,nebenbei auch ADS hat. Ich antworte nur: „ Haben sie alle, das ist die Zeit, nicht die Kinder.
„ Aber Jolyne hat schon mehrere Heime hinter sich und jetzt ist sie bei mir, aber, wenn das so weiter geht, nicht mehr lange. Sie hört ja nicht. „
„ Warum soll die denn auch hören, wenn sie nicht wahrgenommen wird. „
Da erfahre ich ihre ganze Geschichte und ahne die Geschichte der Mutter und die der Oma dazu, gebe auch meinen Respekt gegenüber der Geduld der alten Frau zu verstehen. So meine ich es. Das versteht die Frau und fängt an zu erzählen. Ich weiß es auch nicht besser, nicht gleich und nicht später, weiß nur, dass Jolyne Beständigkeit braucht. „ Und sie brauchen eine Geschichte, die sie als die Oma dieser kleinen Person ertragen können. Ich sehe das wache Gesicht mir gegenüber und begreife noch mehr.
„ Aber wenn ich nicht mehr kann ? Die macht ja immer nur, was sie will. „
„ Ja, sie muss austesten, wie weit Ihre Geduld und Liebe reicht. Und ich weiß genau, Sie werden es bis in Ihren Tod hinein nicht ertragen können, wenn Sie es nicht schaffen sollten, diese Liebe aufzubringen. „
Es endet damit, dass sie weicher wird, auf einmal Zeit hat, meine Adresse bekommt und sich wohl irgendwie erleichtert fühlt, weil sie sich verständlich machen konnte. Und damit kommen wir zurecht und können weiter.

Die Objekte haben inzwischen in der Kurve gestanden, führungslos. Noch einmal: An den Ständen vorbei, den Tischen, der Polizei und dem VW- Stand. Spätestens hier, beim Übergang zur Hauptbühne, den Liegestühlen an der Front zur Schau der Brandung der „ Verbotenen Bücher „ hätte ich die Munition zünden können, die ich leicht in den Säulen der Objekte hätte verstecken können und dann wären sie auf einmal in Arbeit gekommen, die gelangweilten Polizisten.-
Tatsächlich wartet hier ein gut gewürfeltest Publikum auf Godot. Und der bin ich. Wie ich mich da bereit mache, an den Stufen der gähnend gelangweilten Denkkulisse entlang zu laufen, nehme ich einige inspirierte Blicke mit. Zum Beispiel den eines weißhaarigen Mannes. Den besuche ich sofort, will wissen, was er von der Welt weiß. Er ist Österreicher. Die wissen alles und nichts, Wir kommen sofort auf Joseph Beuys zu sprechen und auf den anderen, dessen Namen ich immer wieder vergesse.
„ Jaja,“ sagt er, „ B.B. Wahrscheinlich. „ Da weiß ich es wieder. Ja, Bazon Brok, der sich selbst Schwätzer genannt hat und als Professor natürlich dauerschwätzen konnte. –
„ Wir sind wahrscheinlich hinter die Zeit zurückgefallen,“ sage ich und gehe weiter. Keine zehn Schritte und ich werde von einem Mitglied der Security aufgehalten. Ich soll mich hier vom Acker machen. „ Oder haben Sie eine Erlaubnis ? „
„ Zum Gehen und Stehen braucht man wohl noch keine Erlaubnis. „
„ Hier aber schon. „
Ende des Liedes. Die Polizei in Dreifachverkörperung. Einer hat das Sagen. Ein ganz Smarter. Er legt mir nahe, gleich zu gehen. „ Hinter den Café Anlagen können Sie laufen, soviel Sie wollen. Natürlich widerspreche ich. Und endlich so laut, dass der Smarte telefoniert, um sich abzusichern. Da habe ich schon mit dem Liegestuhlpublikum Kontakt aufgenommen, meine Lage dargestellt.
Als die Herren tätig werden wollen, steht mir ein Paar zur Seite und siehe da, ich darf mich an Ort und Stelle setzen. Ich darf sogar was trinken und dann gehen. Es soll auch eine Stelle da sein, die für Anmeldungen ähnlicher Art zuständig ist. Sag mir bloß einer was von Zuständigkeit und meine Fußnägel schwellen an.
Es beginnt zu tröpfeln.Liegestühle leeren sich, Sonnenschirme werden eingezogen, aber das Wetter macht weiter wie vorher, jedenfalls grobflächig.

Eigentlich möchte ich mich noch mit der zuständigen Genehmigungsstelle, die dann auch wieder nicht zuständig sein wird unterhalten, sehe aber außer ein paar Läden nichts, was ein dokumentafreundlich wegweisendes Gesicht aufgesetzt hätte. Endlich ein umgebauter Pelz- oder Lederladen direkt vor der Nase, in dem Studenten mit „ Was-kann-ich-für-Sie-tun-Gesichtern herumsitzen und auf kleine Laptop-Stationen hinweisen, die außerdem befragbar sind . „ Wir natürlich auch . „
In dieses „Wir-natürlich-auch „ setze ich meine Fragen nach Ort und Zeit und Bestimmung von Dokumenta und Menschen, zum Beispiel diesen beiden, die weder was von Kunst verstehen, noch offenbar etwas von Zeitgeschichte und Wirtschaftsrecht, was sie aber studieren,- beide. Klar, dass ich streitlustig bin, aber nicht allzu sehr. Ich bin da wohl in einen Flirt von einem zum anderen geraten und niemand wollte von niemandem nichts, vor llem nichts von einer alten Frau, die auch nichts will außer nörgeln.

Ein kleines Weizenbier und ich habe keine Lust mehr, für irgendetwas zu stehen außer für Charly und mich.
Eigentlich möchte ich mich noch mit der zuständigen Genehmigungsstelle, die dann auch wieder nicht zuständig sein wird, unterhalten, sehe aber außer ein paar Läden nichts, was ein dokumentafreundlich wegweisendes Gesicht aufgesetzt hätte. Endlich ein umgebauter Pelz- oder Lederladen direkt vor der Nase, in dem Studenten mit „ Was-kann-ich-für-Sie-tun-Gesichtern herumsitzen und auf kleine Laptop-Stationen hinweisen, die außerdem befragbar sind . „ Wir natürlich auch . „
In dieses „Wir-natürlich-auch „ setze ich meine Fragen nach Ort und Zeit und Bestimmung von Dokumenta und Menschen, zum Beispiel diesen beiden, die weder was von Kunst verstehen, noch offenbar etwas von Zeitgeschichte und Wirtschaftsrecht, was sie aber studieren,- beide. Klar, dass ich streitlustig bin, aber nicht allzu sehr. Ich bin da wohl in einen Flirt von einem zum anderen geraten und niemand wollte von niemandem nichts, vor allem nichts von einer alten Frau, die auch nichts will außer nörgeln. Es ist das Klima.
Eigentlich ist immer das Klima an allem schuld.
Keine Lust zu gar nichts.
Charly und ich tasten uns über den Parkplatz zu den Wiesenanlagen immer treppab und dann wieder treppauf, nachdem mein lieber, fastweißer Hund einen anderen fastschwarzen zum Spielen gefunden hat.
Dann der Beschluss, rauszufahren. Mein Magen rebelliert und zwar so, dass mein Kreislauf massiv anfängt, zu streiken. Parkplätze um den Kern herum gibt es keine, jedenfalls keine kostenlosen. Also suchen wir die Vorstadt auf. Die Gegend also, wo es kriselt. In der Nähe eines Gymnasiums bleiben wir, aber Charly wälzt sich, hat Not zu atmen wie ich. Im Führerraum schmeißt er sich von einer Seite zur anderen. Ich bekomme hinten keinen Schlaf. Mitten in der Nacht, oder eher gegen Morgen um kurz vor vier stehen wir auf. Gehen bringt Ereichterung vielleicht für uns beide. Immer der Gartenstraße folgen. Die geht wohl um die ganze Welt.
Lautes Geschrei und Geheule reißt uns mit. Da setzt sich eine junge Frau offenbar mit ihrem Freund auseinander. Der ist wahrscheinlich wieder mal mitten in der Nacht zu spät nach hause gekommen, hat sich wohl eine andere gefangen und sie macht jetzt die Hölle los. Es gibt reichlich Filme zur Verfügung für solche Szenen, damit man nicht allzu sehr mitleiden muss. Ich spule einen ab, will schon weiter, weiß es wahrscheinlichkeitsbegründet genau, da beuge ich mich zu der jungen Frau. Sie sitzt mit den Füßen bereits auf der Kreuzung und heult. Ihr Freund hat sich gerade aus dem Staub gemacht, wirll jedenfalls nicht mehr mit warten.
Da erzählt sie das Leid um ihre Freundin, die verschwunden ist, ohne Handy ohne Nachricht, ohne irgendeinen Hinweis, nachdem sie kurz vorher noch gemeinsam in der Kneipe gesessen hatten. Sie hat nur gesehen, dass da ein anderer junger Mann im Spiel war. Einer, den sie nicht kannte. „ Und die Gegend hier wimmelt von schrecklichen Gestalten. Mein Vater ist Polizist, wissen Sie. „
Ich ahne, was da alles sein kann, habe am Abend noch reichlich viele junge Rumhänger gesehen. Und dies ist nicht das Ruhrgebiert, dies ist auch nicht die Statistik aufstrebender Beschäftigungszahlen und von Armut – in – Deutschland – gibt – es – nicht – Berichten.
Habe auch mit Spaß bemerkt, dass der sympathische türkische Imbiss- Mann den jungen Hängern von der Straße für ein paar Cents viele Pommes und Döner mit Salat serviert, mir aber ordentlich was abgezogen hat. Gut so, irgendwie muss es gehen.
Jetzt versuche ich , der jungen Frau klar zu machen, dass das, was gerade passiert, wie mit den klebrigen Kleidern der goldenen Gans sein kann, das Unglück, und dass sie da mit den Beinen auf der Kreuzung ganz schnell in irgendetwas geraten kann und dann folgt ein Unglück dem anderen. Da steht sie auf und sieht mich aufmerksam an. Ich umarme sie , eine Wildfremde. Und sie bedankt sich, dass ich nicht einfach weiter gegangen bin. Wollte ich aber, hätte ich beinahe gesagt, bin aber einfach nur erleichtert. Und sie wird jetzt nach Hause gehen und morgen weiter suchen, wenn sie mehr Kraft hat.
Als wir wieder zurück sind, eine halbe Ewigkeit später, immer auf der Gartenstraße nach, rund um den Globus,- und wir im Bus liegen, umständlich ausgezogen und mit Wasser abgefüllt, weil die Zunge immer noch am Gaumen klebt, da können wir endlich schlafen, Charly und ich. Am nächsten Morgen wehen die Schulkindersprüche zu uns rein, weil die Tür leicht geöffnet ist, ob es nun Gewalttäter gibt oder nicht, da hören wir was von Autos und welche der Vater liebt und welche nicht und was von Schminktipps und wer was gesagt haben soll und wer nicht, Ich fühle mich durchaus nicht in meine Schulzeit zurück versetzt, sondern nur aufbruchslustig, Brauche keine Ausreden über ein notwendiges Gerangel mehr mit denen, die die Dokumenta veranstalten. Keine Besserwisser- Klimmzüge meinerseits, muss auch keine Dokumenta Werke mehr sehen, nichts von Griechenland lernen gewissermaßen. Nur einen gesunden Magen hätte ich gern. Den möchte ich mir mit Heilerde- Kapseln erobern. Und mit einem einfachen schwarzen Tee im Realmarkt. Was für ein Ereignis eine echte Damentoilette sein kann, hatte ich beinahe vergessen. Jetzt weiß ich es wieder und werde diese für eine Weile erinnern.
Wir stapfen zurück, es ist wieder recht heiß. Wir fahren der Nase nach in Richtung Heimat. Da wird es richtig für uns sein mit dem schwachen Kreislauf, der schwachen Verdauung und dem stumpfen Denkapparat.-
Nachträglich weiß ich es nicht mehr genau,- war es der Habichtswald, in den wir gegangen sind ? Immer leicht aufwärts und natürlich wieder abwärts, an den Tümpeln entlang, am Schutzgebiet für kleines Wassergetier vorbei hinein in die Stille und zu uns selbst, auch wenn eine Mutter mit Kindergespann und ein Fahrradfahrer vorbei rauschen. Hier sind wir richtig,- diese Bleibe nehmen wir mit. Die Geräusche auch und das Tempo. Eine Qualität, die keine Fragen mehr stellt, nicht an sich selbst, nicht an uns.
Zuhause schlafe ich einen ganzen Tag durch und noch einen halben, dann einen viertel Tag und dann bin ich fast wieder ganz gesund, aber langsam, sehr langsam.
Es gibt keinen Grund mehr für die Peitsche im Nacken.

Erste Tuchfühlungen


Sie stehen nicht als Hülsen
ihrer selber da, die kommen.
Sie gehenkommenstehen
und lassen sich fühlen
durch das Tuch zum
Kern ihres Wesens,

wie auch ich
mich von
ihnen.

b
e
g
r
e
i
f
e
n

l
a
s
s
e .

Und so halte ich es aus:
Das Wissen um das
vorausgreifendnachträgliche
Lebenswesentliche !

Wernigerode 2


Wieder auf COOP. WALK mit leisem Zögern…

Wie ich endlich alles beisammen habe, im Auto, und Charly andeutet, dass er aufs Mitkommen nicht verzichten wird, fühle ich mein schweren Knochen einzeln durch. Eigentlich will ich nicht. Eigentlich war ich auf Gemütlichkeitskurs. Eigentlich könnte ich es so bequem haben. –
Aber die Objekte sind bereit wie vorher, haben nur noch mehr Beulen bekommen,- genau wie ich.

Wir fahren also wieder die gleich Strecke Richtung Berlin, weil das der Bus von selber macht.
Zum Glück zwingt mich der Hund, seiner Natur zu folgen, also aussteigen, wenn er muss oder Hunger hat oder zuviel Hitze. Es ist der erste wirklich warme Tag seit März.
Am Lehrter See gebe ich mein ganz gewöhnliches Zielbewusstsein auf. Das ganz gewöhnliche Rollen im Strom bekommt Zügel gesetzt, was nicht leicht ist aber neue Folgen zeigt.

Aussteigen geht flüssiger und das kleine Bleiben auch. Ein Scheibchen Lehrter See zum Mitnehmen und aufs Daseinsgefühl legen, dann mit Blick in den Himmel und Nase beim stinkduftenden Weißdorn mir einverleiben. Charly braucht gerade nichts. Er schwimmt und verdrängt ein anderes weibliches Hündchen, das hier um diese Zeit sonst immer allein….

Des Frauchens Voice strömt zuviel Verträglichkeit aus, da gehen wir lieber.
Rund um den See kommt Häusergehege dazu und mein eigenes Klohäuschenbedürfnis ohne Hetze. Als wir alles haben kommen lassen, sind wir rein geistig aus der Blechlawine ausgestiegen . Ich kann den alten Mann, ( nicht älter als ich ) , mit seinem Müllgfreifstock und seinem „ Wer-lässt-hier-was-liegen- „ Blick wahrnehmen. Geradeaus.
Da habe ich mit Charly die eine Hälfte der hundsordinären Kanckwürstchen geteilt.
Die andere Hälfte, sauber verschlossen im umweltfiesen Plastikpack könnte ich dem Mann direkt geben, oder liegenlassen. – Ich teste mich, indem ich ihm genau diese Hälfte direkt gebe, nur noch nicht mit normal offenem Blick, zugegeben. – Er sagt aber danke und findet das genau so selbstverständlich, wie ich es ihm gebe. Schließlich habe ich auch mit Charly geteilt.
Wieder im Auto staune ich, dass ich noch lernfähig bin und ein Teilen gar nicht großkotzig oder tiefstapelbedürftig daherkommen muss und mein fieses Würstchendasein unentschuldbar unschuldig seine Verbrecherwürde wahrt.
Weiter geht’s mit höchstens Hundert. Das ärgert die Lasterfahrer kaum. Sie haben auch die Frühjahrsmüdigkeit…
Bei Magdeburg müsste die Landstraße her, um in Dessau anzukommen, jedenfalls in einer kleinen Stadt bei Dessau. Nichts zu erklären, ich möchte ein Städtchen zum Performen testen, will aber werweißwarum nicht das Handy zu Rate ziehen.
Früher hatte ich doch immer Instinkt.
Ich frage an einer Tanke.
Auf dem Südring Richtung Halberstadt, – sagt der Tankwart,- und dann Richtung Burg nach Dessau. –
Das mache ich, das schaffe ich. Auf dem Ring gleitet man so dahin und dann geht es gearde so weiter, im milden Licht an grünen und gelben Flächen vorbei, immer wieder Grün und Gelb ohne Höhen und Tiefen. Häuser- und menschenlose Farben bringen mich zum Fliegen. Kein Zweifel, dass ich ankommen werde, wo ich ankommen will. Wenn ich das Handy wollte, würde ich aus dem Grün- Gelb abstürzen, soviel ist sicher.
Auch Charly liegt zufrieden in zarter Wärme und Fächelwind und Schlaf. Die Richtung Halberstadt hört gar nicht mehr auf. Das Licht liegt tief. Es blendet so, dass ich die Schilder nicht lesen kann. Sonnenuntergang. Kein Örtchen, in dem man nach Richtug Burg fragen könnte. Da biege ich endlich ab, sehe immerhin eine Häuserreihe im Hintergrund, aber keinen Menschen.
Endlich, ganz hinten im dörflichen Bild eine alte Frau wie ich. Eine magere Gestalt. Sie sieht mich mit großen Augen an und wie ich ihr zu jubele, dass es ja doch noch Menschen auf der Welt gibt, empfängt sie mich freundlich. Ich stehe am Gartenzaun und komme nicht weiter, so schauen mich die Blumen an. Ich wusste noch gar nicht, wie weit wir sind im Jahr, dabei habe ich auch einen Garten. Auf einmal kommt es mir vor, als stünde ich wieder bei meiner Mutter hinterm Haus, wo die Gewürze sich mit dem Mohn und dem Löwenzahn verbinden. Dahinter das Glashaus mit den Tomaten. Und wie stolz sie immer war und liebevoll mit den Pflanzen, so, als wären das auch immer ihre Töchter gewesen. Bis Lidl in die Nähe kam.Lidl, der alles schneller und vor allem billiger konnte. Ich höre noch ihre traurige Stimme, dass sich jetzt ja alles im Garten nicht mehr lohnt.-

Hier bricht mein Gefühlsstrom ab, hier will ich nur noch sehen, dass die Frau mich herein bittet, dass Sie mir helfen will und ich frage auch gleich nach der Nähe, die in einer so kleinen Gebäudeansammlung zwishen den Menschen wohl entsteht. „ Ja, die ist da,“ sagt sie und hat offenbar keinen Hintergedanken dabei. Nähe ist vor allem Hilfe und gut .
Jetzt holt sie einen alten Atlas heraus, setzt sich auf die Treppenstufen im Eingangsbereich und sucht Wittenberg. Wie sie mit dem Finger die Zeilen durchrast, sehe ich wieder meine Großmutter, meine Mutter und mich dasitzen und Zeilen überfliegen. Da gabs ja noch kein Internet. Und da hockt sie nun, die zarte alte Frau mit den übergroßen Augen im verwaschenen grau- rosa Kleid und versucht, mir zu helfen.
Nebenbei erklärt sie, dass sie es gerade so schaffen werden, die Kanalisationsgebühren zu bezahlen, die jedem Anohner entstanden sind. Sie dürfen abbezahlen. Das ist immerhin etwas.
Ich höre, kann aber zu meiner Situation nichts sagen, als dass ich doch erst mal nach Wernigerode will, so nah dran, wie ich bin und da noch etwas aufräumen.
Sie bemerkt meine Klarheit und stimmt mir zu während ich mich von den Blumengruppen verabschiede: Wenn die eine verblüht ist, kommt die andere Sorte. Die Levkojen, die Ranunkeln, die Akelei und die Rose, dann die Sommeraster. Die Vögel sind jetzt vom Tschilpen zum Singen übergegangen. Das heißt, dass es Abend wird. Und am Abend komme ich an in Wernigerode, will aber gar nicht erkennen, dass es genau das Städtchen ist, in dem ich noch im letzten Jahr performt habe mit meinen ewigen Pappen, zuerst von mir und dann von den Schülern übermalt.
Die Botschaft: Kunst ist nicht mehr das bessere, das höher wertige Können des Künstlers, sondern das Mitprägen des Moments im Weltraum, in der Geschichte, in der Gemeinschaft des gegenwärtigen Seins.
Ob ich schon ahne, dass in Wernigerode Maskerade zu holen war , wie in anderen Städten auch und dass die Herren vor allem sich selbst gefeiert haben, wenn sie Dekoration und Zusammenstellung der vietnamesischen Gastgeberin genossen haben? Nebenbei auch das Essen, jaja. – Gedankenflug, der kaum stört, schließlich hatte ich gleich notiert, was in der Richtung bei mir aufgeflogen war.
Jetzt richte ich längst den Buli ein zum Schlafen und mache mich noch einmal durch die Stadt, auf übermüden Füßen. Nur Charly möchte laufen, ich also auch.
Da sehen wir die Läden wieder, die gut auf Fremdenverkahr abzielenden Stadt Atmosphäre- und Genussmittel und Erinnerungsshop- Läden, auch Restaurants und Billigessbuden dabei,- nichts, was fehlt in Wernigerode. Der Leerstand ist nicht eigentlich zu bemerken.
Entlang dieser Läden schlage ich in meiner Werigerode Anwesenheit ein paar Seiten zurück und fühle, der Ex- Vertretungsbürgermeister Andreas Heinrich wird nicht da sein,- so fühle ich es. Und wenn er da sein sollte, wird er nicht öffnen.
Am nächsten Morgen ganz früh ein Mann, knapp zehn Jahre jünger als ich, der mir vom Bürgermeister berichtet, weil er sein Nachbar ist „ Anrufen, „ sagt er , ohne Anruf geht nichts.
Am nächsten Morgen eine Gegenüberstellung per Charly und Zufall mit dem Direktor des Herhart Hauptmann Gymnasiums, der mir auch nichts über den Verbleib der Pappen sagen kann, weil die Kunstlehrerin im Ruhestand ist. Jaja, Verantwortung ist nicht das, was man in den Bürokratien dieser Welt lernt oder zu lernen weitergibt.

Auf dem Rückweg steckt Charly seine Nase in ein Cafe´in dem wir immer gefrühstückt haben. Eins mit vielen einander zuarbeitenden Kräften, eins, das die Kunden im Auge hat und deren Bedürfnisse. Eins mit vielen kunterbunten Menschen hinterm Tresen. Die backen auch ganz ohne Weihnachtszeit Plätzchen, die weggehen wie warme Semmeln. Charly wird genau so wenig vergrault wie ich mit meinem Handy – Aufladebedürfnis. Aber ich vergesse, ein Foto zu machen. Überall, wo ich besonders stark im Bild verschwinde, vergesse ich das Fotografieren. Um das zu schaffen, müsste ich mich wieder aus dem Bild nehmen, was nicht so einfach ist.
Auf dem Rückweg erfahre ich von einer Anfrage nach Unterkunft . Eine Managerin ist in Not, braucht Dach und Betten und Kochstelle und Dusche für eine Männergruppe aus Rumänien, die eine Windenergie Weiterbildung machen will.
Interessiert mich. Natürlich brauchen wir auch das Geld, um alle Rechnungen für Haus und Garten, Kind und Kegel weiter bezahlen zu können.
Aber wir halten wieder am Lehrter See. Wieder darf geruht werden und sogar geschlafen. Wieder nimmt uns niemand die eigene Zeit aus der Tasche. Wieder sind wir Inhaber unserer selbst, Charly genauso wie ich. Wir kommen fast ausgeruht an, was wichtig ist bei den Aufgaben, die auf uns warten.

AberdannLuigiaberdann


AberdannLuigiaberdann

fährst du die Krallen aus
die superspitzen,
und im Sitzen
nochvom Fahrrad runter
gleich am nächsten Tag
lässt du die doppelschlitzige
Zunge über blitzeblaue Augen
flitzenundmichganzundgarerhitzen

Und dann,lässtdumichendlichauchnoch
inderLiebeBlutstromaufderParkbank
einfachsitzen. Oh,LuigiLaiolo

In deiner Gruft ganz ohne
Liebsduft

ham
wir
uns
das
erspart.
Unslängstschonausgejahrt !

Luigi oh !


Seh ich ihn vor mir.

Seh ich ihn,
wie er sich
bebend
mir nähert,
der Luigi und,

von seinem Fahrrad
herab mich betanzt,
wie er mich mit
Blicken vorher schon,
beim Volksfest

auf dem Dorfplatz
betanzt hat, mit exakt
zwei blitzeblaublauen Augen
und dann sich so platziert,
dass ich über seine

zugespitzten Schuhe
wie Augen, ja Augen
fallen sollte, wie er
über meine eher
vorgetragene

Tanzerei, jajasoso !
Da kräuselt es mich
im Magen. Nein, nicht
weiter drunter, – wirklich
gerade nur Magen und mein

Luigitanztvergeblich, spiegeltmeinenSpott in seinereigenenPupille. Luigisagich,tutmirleidundoh !

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