ME TOO 2 coopwalk WOMEN ! ( Performance Fridericianum Herford )


Sie haben sich selbst hereingelegt,- oder soll ich etwa brav schreiben : Unddannunddannunddannunddann ?
Zugegeben: Ich halte die deutsche Bürokratisiererei für anzeigebedürftig, halte sie rein menschlich, rein zeitgeschichtlich nicht mehr aus, frage mich sowieso, wer das denn aushalten kann. –
Meine radikalisierte Einstellung, meine automatisches Eingreifenmüssen in menschliche Stumpfheiten mit unbedingtem Recherche- Bedürfnis bedeutet jetzt für mich :

Ich habe für wer weiß wie lange kein Handy mehr, die Polizei hat es „ sichergestellt „, so die Bemerkung vom letzten Telefon- zugeordneten formal vorhandenen Ohr, an dem ein Mensch zu hängen vorgegeben hat. – Ich bezweifle das.
Ende des Menschseins, Ende des Zuhörens, des Redens mit eigenem Hirn, des Zuwendens und Verstehens. Die eilfertige Digitalitität als vorrangige Mäjestät,- ja, richtig gelesen,- digitale Majestät hat den Vorrang.

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„ Was heisst hier, sichergestellt, – Ihre Kollegen haben mir mein Handy entwendet, geklaut, mich meines Eigentums beraubt, oder meinetwegen in Ihrer Sprache „ hat er einen Eingriff in mein Eigentumsrecht „ begangen. Außerdem haben sie sich meiner Daten bedient, was gerade gegenwärtig der allergröbste Eingriff ist,- haben sich benommen, als hätten sie einen Delinquenten vor sich und keinen Künstler, das heisst, Menschen. –
Ja, ich habe begriffen, Ihre Kollegen wollen auch feststellen lassen, ob ich überhaupt Künstlerin bin.
Wie dumm denn noch? Ich möchte zurückschreien. Haben Sie noch nie gehört, dass jeder Mensch Künstler ist, sofern er nicht als totgestellter Bürokrat seinem Arbeitsplatz möglichst lange fern bleibt oder sich, wenn er denn schon da sein muss, möglichst lapidar herunterbetet, nämlich so, dass er für nichts, eigentlich gar nichts zuständig ist. Sein Kollege vielleicht . Da muss ich schon mal die zuständige Person ausfindig machen.
Haben Sie denn nicht Kafka gelesen , möchte ich schreien, erzähle stattdessen , was der am Telefon nicht hören will,- eins nach dem anderen. Ach nein, Sie können weder hören noch lesen, hatte ich ganz vergessen ! Ich meine das Lesen über Buchstaben hinaus. Verstehen Sie nicht, darum sag ichs auch nicht. Verstehen hätte ja mit angedocktem Hirn zu tun und mit Zugehörigkeitsgefühl, Zugehörigkeit zur menschlichen Spezies, zum mit sich selbst und anderen leidenden Menschen usw usw.

Vorausgegangen die schöne, rührend kindliche, zeitbezogene Performance, auch nur ein knappes Bild,- Me Too 2 – Coopwalk WOMEN, in Berlin ausprobiert, hier kurz geübt mit drei Schülerinnen abseits des Schulhofs des Fridericianums Herford, eines ehemals hoch gelobten Gymnasiums, an dem auch unsere Schüler mit wohl temperiert einstudierten und sich selbst anverwandelten Beethoven, Bach und Schumann, ja sogar modernen Kompositionen aufgetreten sind, mit meinem Streichorchester und den Klavierschülern meines Mannes. Abseits wohl alles, was Zuhören, Einfühlen, Sichversenken bedeutet ?!

Sie meinen wohl, ich gebe irgendwann auf ? Ja, denke ich, irgendwann, wenn ich nicht mehr lebe,- sicher !
Die Mädchen hatten also märchenhaften Spaß und dann hat mich der Teufel geritten, dann bin ich zum zuständigen Lehrer gegangen, für den sie sich beeilen sollten wegen des „Tages der offenen Tür,“ morgen.
Warum wohl wollte ich dem unbedingt ins Gesicht sagen, dass ich nichts Schlimmes mit den Halbwüchsigen unternehme, im Gegenteil: „ Ich will die Mädchen stärken, damit sie lernen, sich zu wehren, wenn es hart auf hart kommt. „
Dass es schon bei dem Lehrer hart auf hart kommt, sehe ich in den Augen der Lehrerin im Hintergrund. Sie sind ja immer im Hintergrund, die braven Frauen, neiderfüllt darüber, dass da eine x- beliebige Alte sich ihr Gesicht mit Baumfalten botoxt, oder beautoxt, dass sich da eine so frei benimmt, wie es ihr passt und das auch noch ganz ffensichtlich außerhalb der Konsum Vorschriften.-
Denselben Neid habe ich auch im Gesicht des Mädchens gesehen, das da abseits zugeguckt hat. Sie war nicht dabei, sie durfte nicht mitspielen und ich hatte keine Zeit, sie mit einzubeziehen, siehe oben. Wir haben uns dann für den nächsten Montag verabredet.

Aber kaum war ich bei meinem Transporter, da kam eins der Mädchen mir nachgefegt:
Ich soll sofort das Video löschen, kreischt sie.
Aber ich habe euch doch gefragt, ob ihr einverstanden seid.-
-Ja, aber löschen löschen.-
Ich habe euch auch den Grund genannt.-
Ja, aber löschen, löschen. –
Jetzt schreit die Kleine und drückt ein paar künstliche Tränen raus.
Sie müssen so löschen, dass man es nicht merh wiederherstellen kann.-
Ja, gern, aber ich weiß gar nicht, wie das geht. –

Und die liebe Kleine tatscht so auf meinem Handy herum, dass ich um das kleine Teil fürchten muss.
Habe ich euch nicht erzählt, dass es um eure Kraft geht usw usw.-
Kräftig, sagt sie, benehme ich mich gerade. Sie guckt mich listig und äußerst nüchtern an. Wahrs cheinlich haben die Mädchen Mobbing Unterricht gehabt denke ich.
Das neidische Mädchen schaut immer noch zu ,als die Heulerin so laut Hilfe schreit, dass ein paar Leute teilnehmend eingreifen. Ich muss zusehen, dass ich mein Handy behalte.
Erster Teil.
Der zweite folgt am nächsten Tag, dem „ Tag der offenen Tür „ im Gymnasium. Ich wollte es mir eigentlich mal bequem machen.
Geh ruhig hin,- sagt mein Mann, . Dann hast du wieder was zum Schreiben. Stimmt vielleicht.
Ich stecke mich also in einigermaßen honorable Klamotten und mache mich auf zum Gymnasium.
Der Herr Martin Bocker, einer mit sehr harten Gesichtszügen, steht auch gleich da.
Warum haben Sie sich nicht gleich mit mir auseinandergesetzt, – warum haben Sie die Mädchen aufgestachelt, anstatt mir gleich ins Gesicht zu sagen, dass ich hier verschwinden soll ? – Das liegt mir auf er Zunge.
Ich bin stattdessen geduldig, erkläre noch einmal die Aktion und dass ich mich gar nicht hätte outen müssen, es aber doch der Mädchen wegen getane habe.
Da schubst er mich, der Herr Martin Bocker bei den Schultern und zwar so unsichtbar, dass es niemandem auffällt. Erst nachher wird mir klar, das hat Methode, bei dem das automatische Zurückschubsen des Gegenübers dazu gehört. Und leider fall ich auch drauf rein.
Ich schubse, aber mit Genugtuung und sicher, dass meinem Gegenüber nichts passiert.-

Haben Sie es gesehen ? – Herr Bocker wendet sich den Eltern zu, die auf Bänken an der Wand sitzen.
Jaja,- alte Frau schubst Sportlehrer, sage ich und immer wieder:
-Ich wusste gar nicht, wie weit es mit den Schulen in Deutschland gekommen ist. –
Dann fängt mich die neidische Lehrerin ab, ich soll das Gelände verlassen. Meine Erklärungen haben keinen Platz dazwischen. – Die armen Kinder, denke ich. Die haben hier nichts zu lachen, es sei denn das Lachen schmeichelt dem Lehrer.
Das ist hier ja noch schlimmer, als in Moskau, Kairo oder Istanbul. Wie weit ist es nur mit den deutschen Schulen gekommen ?-
Da hat sich der Herr Bocker auch schon Kollegenhilfe geholt. Ein Lehrer will mich festhalten. Bis die Polizei da ist, – sagt er. Und die neidische Lehrerin bestätigt. Auf ihre Revers steht es: Sie heisst Stefanie K. Mehr kann ich nicht notieren, Martin Bocker hat sich inzwischen weitere Lehrer gesucht, die mich festhalten oder rausschmeißen sollen, am besten beides, dann aber doch entschieden: Festhalten, was ich verbal abwehre.
Die darf nicht gehen, erst wird die Polizei geholt. Das dauert. Inzwichen verstehe ich manches. Und die Polizei ? Es ist immer dasselbe Lied. Ich soll mich ausweisen, sie tun es nicht, nehmen mir aber stattdessen mein Handy ab.
Sie haben die Mädchen zum Weinen gebracht.-
Na und ? Haben Sie noch nie erlebt, wie Mädchen aufdrehen können, wenn sie wollen und sich schwach stellen und verletzt und schutzbedürftig undundund. Wahrscheinlcih haben sie auch Mobbing Unterricht gehabt, den sie jetzt für sich ausprobieren. –
Alles andere ist zum Erzählen zu langweilig. Gut, ich nehme mir heraus, die armen Lehrer in Grund nd Boden zu verspotten, dass sie ihr ganzes verdammtes Leben lang zur Schule gehen müssen . Und stramm stehen für Digitalisierung, das heisst allem voran Entmenschlichung und Co. Gut, ich bin kein Engel, spotte auch noch weiter, dass die Polizei dieser aufgesetzten Mädchenheulerei Glauben schenkt. Es ist ihre Sache und erhält das gewohnte Funktionieren der Gesellschaft:
Mädchen lassen sich schlagen oder geben sich geschlagen, was fast dasselbe ist und Männer bieten ihren James Bond- Schutz, das Pendant.

Leider bin ich dann mit meinem Mann „ als Zeuge „ zur Wache gefahren, am nächsten Tag und er hat sich eingemischt, mein Mann, natürlich, um mir zu helfen, was ich aber nicht brauche, verflixt nochmal.
Und dass die Polizeibeamten, eine Frau und ein Mann mir nicht ihre Namen genannt haben, ich aber schon und mein Handy nicht direkt vor Ort nach dem gelöschten Video untersucht, sondern mitgenommen haben, weil ja immer noch eins drauf zu sehen sein könnte, und dass dann Erklärungen durch die Luft gezogen sind wie: „ Sicher stellen“ und ermitteln, ob ich tatsächlich Künstlerin bin undundund verbuche ich als Langeweile, weiß aber, es handelt sich um
1. Eigentumsdelikt
2. Einbruch in mein Datenrecht.
Am folgenden Abend habe ich ohne mein Handy einen Schwächeanfall überstanden, was zwar nicht stimmt, aber in meinem Alter und überhaupt leicht hätte passiert sein können. Man denke sich das: Ich komme nicht hoch, habe kein Telefon und mein Mann, der mir in diesem Fall wirklich hätte helfen können, wie ich es umgekehrt auch tue, der war in Hamburg zum Unterrichten.

Klar, dass ich den Fall einer Rechtsanwältin übergeben habe und klar, dass ich nichts einfach so verdränge, sondern weiß, was ich zu lernen habe.

1. Die Digitalisierung ist unser erster Feind. Sie ermöglicht und verhindert auf unmerkliche Weise jede Art mitmenschlichen Daseins.
2. Es sind in erster Linie Frauen, die die Emanzipation aufhalten
3. Steh zu deinen Gefühlen, wenn du sie spürst, erkenne deine Fehler, wenn es denn welche sind und nimm diesen Vorfall als Treibstoff !
4.
Ich habe nachher noch getobt und bin Amok gelaufen nach einem schnelleren Rechtsanwalt, aberaberaber und aber: Geduld ist angesagt. Und Beharrlichkeit ! Spätestens jetzt weiß ich es genau :
Radikaler Freiheitsgebrauch ist das Anstößigste, was es gibt !

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Hätte sie nur


Die Dinge
hat sie zuerst her,
dann lieber
von sich weg
gedacht,-
ebenso die
Menschen.

Von ferne
hat sie sich
aber gut
mit allem
verbinden
können.

Hätte sie das nur vorher gewussst !

Zu spät ?


Uns von all dem Vielzuvielen

abzuwenden haben wir

versucht. Die natürliche

Nachkriegsbescheidenheit

hatten die Vormütter

auszutragen.

Aldo haben wir uns

widerstandslos ins Fressen

gefressen.

Nach mehr und mehr Leben

hat sich das trotzdem

nicht angefühlt.

Kurz vor Lebensende

haben wir uns gefragt,

was wir stattdessen hätten

einnehmen sollen

oder ausgeben.

Da war es zu spät.

Nie wieder


Die andere, die sie

nicht geworden war,

kam ins Büro,

nahm ihr

Reiselaptop

und überschlug die

Skandalberichte,

die sie zu schreiben

haben würde.

Lauter Botschaften

vom baldigen Ende.

Beim dritten

kaum unterschieden

von den zwei anderen,

packte sie ihre Sachen,

schloss die Tür geräuschlos

und betrat das Büro nie wieder.

Die eigene Lebensbühne entwarf sie von da an selbst !

Nach der Hitze


Nach der Hitze
ein Tanz von
Regentropfen.
Sie zählt jeden
einzeln
und hört erst auf,
als die Hitze
wieder einsetzt.

Es ist nicht bekannt geworden, dasss sie sich verzählt hätte

Coopwalk women !


Schon früh muss ich etwas von den gesellschaftlichen Verpflichtungen von Frauen für Frauen gespürt haben. Meine Grossmutter nahm mich öfter beiseite und sah mir bedeutsam ins Gesicht :

Du musst lernen, den unteren Weg zu gehen. Wenn sie am Spinnrad saß, gab es etwas anderes zu hören: Geschichten aus ihrem echten Leben als Bäurin, ihr Mann, mein Großvater, Pastor, Bauer, Taubenzüchter, Maler und Geigenspieler,- er war praktisch als Bauer unfähig, was wohl hiess, dass sie mit seinem Bruder, für den sie offenbar schwärmte, auf dem Hof alles alleine machen musste, worüber sie umfangreich schimpfen konnte,- aber er hatte den Hut auf und ich habe ihn bewundert, aber nie kennengelernt. Er war schon gestorben, als ich auf die Welt kam

Nach ihm habe ich mich benannt, ohne Vormamen, egal, ob Mann oder Frau, als Mensch wollte ich wahrgenommen werden und andere wahrnehmen…

Nein, ich habe mir nicht alles bewusst machen können oder wollen. Schon früh jedenfalls habe ich mich eingespannt gefühlt: Zwischen den Willen meiner Mutter, den Hohn meines Vaters, die Anforderungen von Lehrern, Schülern, Juroren, die meine Karriere fördern wollten. Nein, sie haben sie gefordert. Erst viel später konnte ich ausbrechen und zu dem finden, was ich mir durch und durch heimlich gewünscht habe:

Erst als alte Frau wollte ich wesentlich in meinem Sinn werden. Erst jetzt. Jetzt kann man mir weder durch Applaus noch Kritik die Freiheit nehmen.

Also los, sage ich !


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